Transfogarascher Hochstraße - Rumänien

Die kurvige Transfogarascher Hochstraße mit einigen Autos untertags.

Die Transfogarascher Hochstraße in Rumänien, besser gesagt in der Gebirgskette der Karpaten, zählt zu den schönsten Straßen der Welt! Unserer Meinung nach völlig zu Recht! Und als dann noch ein pelziger Vierbeiner an unserem VW-Bus vorbei spazierte, setzte das dem Tag das i-Tüpfelchen auf. Doch beginnen wir von vorne.

Dichter Wald mit einen herrlichen Ausblick auf das flache Land in Rumänien.

Von Sibiu im nördlichen Siebenbürgen machten wir uns auf den Weg. Der Beginn der Passstraße, offiziell DN 07, liegt nur circa eine halbe Autostunde von der Stadt entfernt. Ab hier beginnt der 150 Kilometer lange Fahrspaß. Kurve um Kurve schlängelt sich die Straße durch den dichten Wald, bis wir endlich die Baumgrenze erreichten. Und da mussten wir erst einmal innehalten, denn die Landschaft ist ohne Übertreibung absolut beeindruckend! Ein hoher Wasserfall rauscht hinab, zerklüftete Berge links und rechts und dazwischen sanfte Wiesen, ein Traum!

Drohnenaufnahme von einen Wasserfall mit der Transfogarascher Hochstraße im Hintergrund.
Ein weißer VW-Bus steht an der Transfogarascher Hochstraße.
Die kurvige Transfogarascher Hochstraße mit einigen Autos.

Wer denkt Rumänien ist öde und karg, der sollte unbedingt über die Transfăgărășan fahren. Bei wirklich jeder Kurve verliebten wir uns etwas mehr in den Anblick, der sich uns auf der anderen Seite der Windschutzscheibe bot, dementsprechend brauchten wir ewig bis wir die Passhöhe mit dem Gletschersee Bâlea erreichten. Selbst Ende August zeigt das Thermometer hier nur 15 Grad an, da ist es nur verständlich, dass die Passstraße nur in den Monaten Juli bis Oktober geöffnet ist. Selbst im Juni ist noch Schnee garantiert und das, obwohl der Pass nur eine Höhe von 2.000 Metern bemisst. Der Gletschersee ist ein beliebtes Ausflugsziel und der Startpunkt für einige Wanderungen. Deinen Wagen kannst du in der Zwischenzeit an einem der kostenpflichtigen Parkplätze abstellen.

Ein Schaf steht an der Transfogarascher Hochstraße und blickt in die Kamera.
Eine Schafherde grast über die karge Landschaft am Gletschersee.

Hast du dich von der einzigartigen Landschaft schließlich satt gesehen, was durchaus ein bisschen dauern kann und dich an den Ständen mit Wurst, Käse und Brot eingedeckt, dann geht es durch einen Tunnel bergab in das nächste Tal. Kaum verließen wir diesen, hüllte uns dichter Nebel ein. Nur ab und an riss die dichte Decke auf. Wer sich über die gut geteerte Straße zum Pass hinauf freute, den müssen wir leider enttäuschen. Ein Flickenteppich mit unzähligen Schlaglöchern machte die weitere Fahrt anstrengend, doch so konnten wir wenigstens die Augen offen halten, für die eigentliche Sensation auf dieser Strecke.

Die bergige Landschaft entlang der Transfogarascher Hochstraße untertags.

Kleine unscheinbare Schilder an Bäumen warnen vor Braunbären und spätestens als unsere Handys einen lautstarken Alarm mit einem einhergehenden „extremen Hinweis“ von sich gaben, wussten wir, dass wir im Gebiet dieser Tiere angekommen waren. In Rumänien, besonders in den Karpaten, gibt es so viele Exemplare wie nirgendwo sonst in Europa. Daher sind die Chancen einen Braunbären zu Gesicht zu bekommen verhältnismäßig hoch, weshalb besondere Vorsicht geboten ist!

Extreme Hinweis, dass Bären in der Region rund um die Transfogarascher Hochstraße vorkommen.

Wir selbst legten am Vidraru-See eine kurze Rast ein und scherzten den ganzen Tag damit, dass uns bestimmt noch eines dieser Raubtiere über den Weg laufen wird. Wir haben unseren Bus natürlich aus gegebenen Anlass nicht verlassen. Als wir dann ganz gemütlich beim Essen saßen und plötzlich ein Bär um unseren Bus herum schnüffelte, rutschte uns das Herz kurzzeitig in die Hose! Nach circa einer Minute hatte er begriffen, dass es nichts zu holen gibt und verschwand genau so schnell wie er gekommen ist wieder im Wald. Ein absolutes Highlight unserer bisherigen Reise, das wir zum Glück vom Inneren unseres Buses erleben konnten. Also seid vorsichtig und geht nicht leichtsinnig mit dieser Gefahr um!

Ein Braunbär spaziert entlang der Transfogarascher Hochstraße.

Nach dieser Aufregung wechselten wir den Stellplatz und machten uns am nächsten Morgen auf, das letzte Stück zum Vidraru-Staudamm mit seiner 300 Meter hohen Mauer zurückzulegen. Danach schlängelt sich die Straße erneut durch dichten Wald, ab und an kannst du den Blick auf einen kleinen Fluss werfen.

Ein Staudamm mit einen angrenzenden See entlang der Transfogarascher Hochstraße.
Die 300 Meter hohe Staudammmauer entlang der Transfogarascher Hochstraße.

Die Transfogarascher Hochstraße ist ein absolutes Highlight in Rumänien. Nicht nur wegen unserer Begegnung mit dem braunen, pelzigen Waldbewohner, auch die Landschaft die man während der 150 Kilometer passiert, ist absolut beeindruckend und sollte bei jeder Routenplanung ganz oben auf der Liste stehen. Für uns ging es nach diesem Aufreger unter Tage, denn in der stillgelegten Ocnele Mari Salt Mine, befindet sich ein unterirdischer Freizeitpark!






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