Tigani - Peloponnes

Halbinsel Tigani, die die Form einer Pfanne hat, von einem Aussichtspunkt vom Festland mit Meer.

WANDERUNG MEZAPOS - TIGANI


GEHZEIT - 4 h

DISTANZ - 12,5 km

HÖHENUNTERSCHIED - + 420m

SCHWIERIGKEIT - leicht


Unser Einstieg in die Mani begann schon einmal vielversprechend, denn der Ort Kardamili hatte uns in seinen Bann gezogen. Doch wir wollte noch tiefer in die Region eintauchen, fernab vom Tourismus und dessen Bauten. Der Straße folgend, natürlich Richtung Süden, legten wir einen Zwischenstopp in Areopoli ein, dem Hauptort der Mani. Dieser liegt auf einem Hügel, etwas abseits vom Meer und lädt mit kleinen Gassen und Geschäften zum Bummeln ein. Wir wollten hier lediglich eine Nacht verbringen, um am nächsten Morgen den Markt zu besuchen. Dieser findet jeden Samstag auf dem Parkplatz neben dem Fußballfeld statt. Aus einer Nacht wurden allerdings drei! 

Malerische Gassen in Areopoli mit griechischen Fahnen und stürmischen Wetter.
Stürmische Tage am Meer in Griechenland, der Wind bringt das Meer zum bersten und die Sonne bringt einen Regenbogen zum Vorschein.

Unfreiwillig, waren wir in der Stadt gestrandet. Es stürmte so stark, dass wir unseren Bus kaum verlassen konnten. Windböen von bis zu 80 Stundenkilometern fegten durch den Ort und als wir uns dann doch einmal aus unseren vier Stahlwänden hinaus gewagt hatten, brachte der Wind die vier Meter hohe Preisanzeige der Tankstelle, die wir gerade zu Fuß passieren wollten, zum Einsturz. Wir flüchteten anschließend wieder in unser schwankendes Zuhause und harrten aus. Als der Sturm endlich abgeflaut war, machten wir uns auf, denn Bewegung und frische Luft waren angesagt und nach 3 Tagen auf engstem Raum auch mehr als überfällig. Ziel hierfür war Tigani, eine Halbinsel im Süden des zweiten Fingers von Peloponnes. Für die Wanderung parkten wir unseren Bus im Ort Mezapos, direkt am Strand und schnürten die Wanderschuhe. Der Straße durch den kleinen Ort mit den bellenden Hunden folgend führt diese leicht bergauf zur Hauptstraße nach Stavri. Bereits beim Start konnten wir die kleine, einsame Halbinsel betrachten. Tigani bedeutet übersetzt „Pfanne“, denn ansatzweise erinnert die Form der Halbinsel an dieses Küchenutensil. Nach 3,5 Kilometer erreicht ihr eine Weggabelung, hier rechts halten und nun einfach der Straße hinab folgen. Diese wird bald zu einem Schotterweg und geht anschließend in einen Trampelpfad über. 

Ausblick auf Tigani von einem Strand von Peloponnes.
Pause bei Wanderung zur Halbinsel Tigani mit Frau die auf Mauer sitzt.
Wanderweg zur Halbinsel Tigani durch blühende Sträucher mit Ausblick auf das Meer und bergiges Festland.

Bereits auf dem Weg abwärts bemerkt man den Kontrast zur umliegenden Landschaft. Während am Festland Olivenbäume, Gebüsch und Blumen die Hügel zieren, befindet sich auf der nur 200 Meter breiten Landzunge nichts außer Gestein, ein paar Gräsern und noch mehr Steinen. Doch bis ins Mittelalter war Tigani ein wichtiges Zentrum der Region Mani. Hast du den Pfannenstiel schließlich erreicht und den Einstieg in den Trampelpfad geschafft, stolperst du bereits nach einigen Metern über runde Kreise mit Durchmessern von zwei bis vier Metern. Diese sind geviertelt und dienten den Menschen früher als Auffangbecken zur Salzgewinnung. Denn die Halbinsel befindet sich hier nur ein paar Meter über dem Meeresspiegel und wird ab und an überflutet. 

Karge steinige Halbinsel Tigani mit blühenden Büschen im Vordergrund und Meer und bergigem Festland im Hintergrund.
Großer, karger Berg im Hintergrund und gelb blühende Büsche im Vordergrund.
Steinige Burgmauer auf der Halbinsel Tigani mit Meer und Horizont im Hintergrund.
Ruinen der Brug auf der Halbinsel Tigani mit Blick auf das bergige Festland und den kargen Pfannenstiel.

Nach einem weiteren Kilometer erreichten wir auch schon das Ende der Pfanne, an den Klippen thront eine alte mittelalterliche Burgruine mit angrenzender Kirche, über deren Herkunft sich Forscher bislang noch nicht ganz im Klaren sind. Von unserem Rastplatz an der Spitze des Eilands entdeckten wir ganz in der Ferne, unter einer Steinkante ein einsames Gebäude. Wir wunderten uns noch, wie die Menschen wohl dorthin gelangt waren und wer direkt unter einer steilen Felswand ein Haus errichtet. Wir machten uns in dieser kargen, steinigen Gegend auf den Rückweg, doch dieses Haus, oder was es auch immer sein sollte, ließ uns keine Ruhe. Wir kamen schließlich an eine Weggabelung. Ein alter verrosteter Wegweiser ließ erahnen, dass sich nach rechts der Weg zum besagten Gemäuer befinden könnte. Und natürlich ließ es Beppo keine Ruhe, so trennten sich kurz unsere Wege, er marschierte los, während ich am Abzweig auf ihn wartete.

Kleine Kapelle unter einer steilen Felswand mit Blick auf das Meer und die Halbinsel Tigani, die die Form einer Pfanne hat.

Eine 900 Jahre alte Kapelle, gebaut unter einer Felswand sollte nach einem weiteren Kilometer das Ende des Weges markieren. Zum Meer hin ausgerichtet, dahinter einige Höhlen, die an Lagerplätze und Unterschlüpfe von Menschen erinnern. Über die Geschichte dieses Ortes ist leider nichts bekannt, so mussten wir uns mit ein paar Bildern, den gesammelten Eindrücken und natürlich der spektakulären Aussicht begnügen.

Lui und Beppo in blühender Landschaft.

Schlussendlich traten wir den Rückweg wieder gemeinsam an und kehrten erschöpft, aber glücklich über die überfällige Bewegung wieder zu unserem Bus zurück. Nach dieser Wanderung hat uns die Region schließlich völlig in ihren Bann gezogen. Mani ist für seine alten Dörfer mit steinernen Wohntürme bekannt und davon wollten auch wir uns ein genaueres Bild machen. Wir wurden in Vathia, einem geheimnisvollen Geisterdorf im Süden der Region fündig und legten anschließend am Kap Tenaro, den südlichsten Punkt des griechischen Festlandes einen Halt ein!





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