The Lost Waterfalls - Bajo Boquete

Hoher Wasserfall umgeben von grünen Dschungel.

Endlich in Panama angekommen wollten wir die Landschaft mit unzähligen Wasserfällen, Kaffeeplantagen und riesigen Regenwäldern erkunden. Für den Einstieg unseres Abenteuers im südlichsten Land Zentralamerikas haben wir uns für eine vielversprechende Tour entschiedenThe Lost Waterfalls. Eine zwei- bis dreistündige Wanderung durch den dichten Dschungel des panamaischen Hochlandes, bei der drei atemberaubende Wasserfälle auf uns warteten. Die Tour sollte halten was sie versprach und einen ersten Eindruck der Schönheit Panamas widerspiegeln.

Die Anfahrt verlief jedoch alles andere als reibungslos. Wie ihr wisst, waren wir in Panama mit einem Mietauto unterwegs und fuhren demnach einfach darauf los, natürlich zunächst in die falsche Richtung. Als wir schließlich richtig waren, wollte Lui 100 Meter vor dem Eingang wenden, da sie bezweifelte, dass dies der korrekte Weg sei. An den Straßen ist keine bzw. kaum eine Beschilderung vorhanden, die zu den drei Wasserfällen führt, also schaut euch unbedingt den Startpunkt auf unserer Karte an!

Hängebrücke zu "The Lost Waterfalls" mitten im Dschungel.

Zu Beginn der Wanderung müsst ihr zunächst eine alte Brücke überqueren. Nachdem der Fluss überwunden ist, führen euch Schilder eine Anhöhe hinauf, die den Kreislauf auf den ersten Metern durchaus auf Touren bringt. Nach ca. 10 Minuten erreicht ihr einen ruhigen Garten mit tropischen Pflanzen und einer kleinen Hütte auf der linken Seite. Hier wurde erstmal der Eintritt von 7 $ pro Person kassiert. Wir mussten außerdem ein Formular mit den Angaben zu unseren Personalien und unserer Unterkunft ausfüllen. Dies dient beim Verlassen des Parks gleichzeitig als Check-Out.

Handskizze von den Weg zu den drei Wasserfällen.

Darüber hinaus händigte uns der Mitarbeiter eine Skizze als Wanderkarte aus, auf der die drei Wasserfälle und der zu beschreitende Weg eingezeichnet waren. Die Empfehlung des Mannes in der Hütte war es, zunächst den Wasserfall Nr. 2, dann den dritten und beim Rückweg den ersten Wasserfall zu besichtigen, was wahrscheinlich den Besucheransturm etwas entzerren sollte. Da wir an diesem Tag allerdings die einzigen Besucher auf dem schmalen Pfad durch das dichte Grün waren, gehe ich davon aus, dass sich die Besucherzahlen im Allgemeinen in Grenzen halten. Umso besser! Wir hielten uns dennoch an die Vorgabe des Einweisers. Der Wanderweg an sich führt wie bereits erwähnt mitten durch den Dschungel und man fühlt sich bereits nach den ersten Metern ausgesetzt in der Wildnis, was unsere Abenteuerlust nur noch mehr anstachelte. Neben den mystischen Lauten, die aus dem grünen Dickicht an uns herantraten war nur das Rauschen des Wassers in der Ferne zu hören, das die Wasserfälle bereists erahnen ließ. Der schlammige Untergrund erschwert einige Stellen der Tour, da es teilweise sehr rutschig wird. An den kniffligen Stellen sind allerdings vereinzelt Seile am Wegesrand angebracht, wodurch die Hindernisse auf jeden Fall überwunden werden können.


WASSERFALL NR. 2


Wir ließen also den ersten Wasserfall rechts liegen und marschierten direkt zum zweiten. Diesen erreichten wir nach ca. 30 Minuten. Der erste Wasserfall Panamas den wir besuchten und es hätte kein anderer sein dürfen. Über die komplette Breite des Flusses strömte das Wasser im freien Fall aus ca. 14 Meter in ein kleines Becken zu unseren Füßen. Bajo Boquete befindet sich auf 2.000 Metern über dem Meeresspiegel und die Wolken ließen der Sonne an diesem Tag keine Chance. Dementsprechend war es leider relativ kalt, weshalb wir uns nicht in den Pool des Wasserfalls wagten. Bei diesem Anblick wussten wir jedoch, dass es auch ohne Bad ein atemberaubender Tag und ein unvergessliches Erlebnis werden würde!


WASSERFALL NR. 3


Nach weiteren 30 Minuten erreichten wir den dritten Wasserfall. Etwas kleiner als der Zweite, aber mindestens genau so schön. Der Weg zum Wasserfall Nummer 3 ist der schwierigste Abschnitt der Wanderung, aber unseres Erachtens auch der schönste. Nachdem die Strecke über einen schlammigen, schmalen Pfad durchs Grün bergauf führt, steht ihr kurz darauf am Flusslauf vor dem Abgrund des zuvor besichtigten Wasserfalls Nummer 2. Dem Wasser folgend schlängelt sich der Weg über Steine, Baumstämme und durch den wilden Dschungel bis zum dritten Wasserfall.


WASSERFALL NR. 1


Nach einer entspannten Zeit am Wasserfall Nr. 3 ging es für uns den zuvor gekommen Weg zurück. Hier ist, wie beim Hinweg auch, wieder Vorsicht geboten, da der Untergrund teilweise äußerst rutschig sein kann. Mit den bereits erwähnten Hilfsseilen können aber auch die tückischen Stellen überwunden werden und so erreichten wir, etwas schneller als der Hinweg gedauert hat, den ersten Wasserfall und dieser ist eindeutig der höchste der drei. Das Wasser strömt schmäler, als bei den bereits Gesehenen von der Empore, dafür stürzt es ungefähr doppelt so weit in die Tiefe. An den dichten Kletterpflanzen, die sich entlang des Wasserfalls den Weg nach oben bahnen, sammeln sich dicke Tropfen und der von unten aufsteigende Nebel sorgt für eine atemberaubende Stimmung.

The Lost Waterfalls in Bajo Boquete war unser erstes Abenteuer in Panama und was für eins! Die Wanderung durch den dichten Dschungel, die mystische Stimmung entlang des Weges und natürlich die drei atemberaubenden Wasserfälle machten diesen Tag zu einem ganz besonderen. Dementsprechend zählt dieser definitiv zu einem unserer ganz persönlichen Highlights unseres Mittelamerika-Trips. Die nächste Tour stand schon auf dem Plan, La Piedra de Lion.




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