Tempel Prambanan - Java

Tempel Prambanan mit wolkenlosen Himmel.

Nach einem 18-stündigen internationalen Flug landeten wir in der Hauptstadt Indonesiens, Jakarta. Doch die zweitgrößte Stadt der Welt ließen wir links liegen, denn der Startpunkt unserer Reise war Yogyakarta und so stiegen wir erneut in ein Flugzeug, um den kurzen Inlandsflug zu bewältigen. In der Stadt angekommen war es bereits nach 22:00 Uhr und wir waren dankbar und erleichtert, endlich in unser wohlverdientes Bett zu fallen.

Am nächsten Morgen machten wir uns auf den Weg, um den Tempel Prambanan, die größte hinduistische Tempelanlage Indonesiens und eine der größten in ganz Südostasien, zu besuchen. Über eine Allee nähert man sich dem Eingang. Bereits hier fallen einem die hohen, spitzen Türme auf, die charakteristisch für diese Tempelbauten sind. Am Eingang angelangt werden erstmal stolze 325.000 Rupiah pro Person (~ 20 €) fällig. Wenn ihr ebenfalls vorhabt den Tempel Borobudur zu besichtigen, lohnt sich ein Kombiticket, welches auch am nächsten Tag noch gültig ist. Der Preis hierfür ist 570.000 Rupiah (~ 35 €). Dieses gilt allerdings nicht, wenn ihr den Tempel zum Sonnenaufgang besuchen wollt. Vom Eingang kommend erreicht ihr nach ein paar Minuten den gepflegten Hauptplatz mit dem 47 Meter hohen Haupttempel in der Mitte. Zahlreiche Einzeltempel sind in einer strengen Anordnung um diesen herum platziert, was sehr typisch für hinduistische Tempelanlagen ist. Insgesamt setzt sich diese aus acht Hauptschreinen und mehr als 250 Einzeltempeln zusammen. Die komplette Anlage wurden im Jahr 850 n. Chr. zur Verehrung des Hindu-Gottes Shiva erbaut und im Jahre 1991 zuUNESCO-Weltkulturerbe ernannt.

Vereinzelte Bäume spenden Schatten und die Bänke auf dem Hauptplatz laden zu einer kurzen Rast ein. Hier bietet sich die ideale Gelegenheit die zahlreichen Tempel zu bewundern und über die Legende der Tempelanlage nachzudenken. Demzufolge warb ein Prinz um die schöne Prinzessin Loro Djonggrang. Diese verschmähte ihn allerdings und stellte ihm, um sie heiraten zu dürfen, die offenbar unlösbare Aufgabe 1.000 Tempel in nur einer Nacht zu bauen. Mit Hilfe einiger Dämonen schaffte es der Prinz 999 Tempel zu errichten und war kurz davor die Aufgabe zu lösen. Die Prinzessin erkannte ihre missliche Lage und ließ am Horizont ein Feuer entfachen, womit sie den Sonnenaufgang vortäuschte. Diese List durchschaute der Prinz nicht, somit war die Aufgabe verloren und er konnte die Prinzessin nicht heiraten. Zur Strafe soll er sie in den tausendsten und zugleich größten Tempel von allen verwandelt haben.

Mann erklimmt die Stufen zum Tempel Prambanan.

Beeindruckt von der Größe des Tempelkomplexes schlenderten wir durch die Anlage und bestaunten die Bauten aus vergangenen Zeiten. Wenn ihr noch kein vergleichbares Monument zu Gesicht bekommen habt, werdet ihr im ersten Moment mit Sicherheit sprachlos sein. Diese Art von Bauwerken kennt man nur aus dem Fernseher oder von Bildern, wenn man jedoch vor ihnen steht, wirken sie mit all ihrer Pracht auf einen. So erging es uns nicht nur beim Besuch des Tempel Prambanan, sondern auch bei unserem Aufenthalt in Ayuttaya in Thailand, als wir mit Fahrrädern der Geschichte auf der Spur waren. Unweigerlich spüren wir beim Besuch alter Tempelanlagen unser Entdeckerherz höher schlagen und wir malen uns jedes Mal aus, wie es sich wohl anfühlte, im dichten Dschungel Teile der verschollenen Bauten wieder zu entdecken. 

In weiter Ferne kann man den Vulkan Merapi vernehmen, der den Tempel in regelmäßigen Abständen mit Schlamm und Asche bedeckt. Auch verheerende Erdbeben setzten dem Denkmal stark zu, so wurden 1867 große Teile der Anlage vollständig zerstört. Wenn ihr den Hauptplatz verlasst, gelangt ihr in einen weitläufigen Park und ein paar hundert Meter weiter befindet sich der Tempel Sewu, der zweitgrößte buddhistische Tempelkomplex Indonesiens mit fast 250 Einzeltempeln. Vom Haupttempel in der Mitte teilt sich die Anlage in vier Quadraten, die von kleineren Bauten umgeben sind. Diese wurde Ende des 8. Jahrhunderts von dem Sailendra-Herrscher und seinem Nachfolger erbaut.

Der Tempel Prambanan ist definitiv einen Besuch wert und war ein wundervoller Einstieg in unsere Reise. Da es in Europa diese Art von Bauwerken nicht gibt, sind wir immer wieder erstaunt von der Schönheit der Tempel und auch der Fähigkeiten der Erbauer. Am nächsten Morgen erwartete uns der Tempel Borobudur, der größte buddhistische Tempel der Welt!




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