Paleokastritsa - Korfu

Drohenaufnahme vom türkisen Meer bei Paleokastritsa.

Nach ein paar herrlichen Tagen am einsamen Strand in der Nähe vom Korission-See ging es mit unserem VW-Bus weiter in Richtung Pelekas. Die Straße schlängelt sich 31 Kilometer durch dichte Olivenwälder und an manchen Ecken wurzelt ein Riese mit über 1.000 Jahren. Die Mehrheit dieser Bäume wurden hier im 16. Jahrhundert von den Venezianern gepflanzt. Da diese zum Teil sehr selten beschnitten wurden, erlangten einige eine stattliche Größe!

Unzählige Kurven später erreichten wir den Kaiser‘s Throne im Ort Pelekas, eine Aussichtsplattform 270 Meter über dem Meer. Der Name leitet sich von Kaiser Wilhelm II ab, der hier sein Observatorium erbauen ließ, um dem Alltag zu entfliehen. Die Besonderheit ist, dass beide Küsten von Korfu überblickt werden können. Und so war unsere Motivation gleich doppelt groß, sowohl den Sonnenuntergang als auch den Aufgang hier oben zu erleben. Wir entschieden uns entsprechend auch die Nacht auf dem Hügel zu verbringen. Im Februar, wenn sonst keine Touristen vor Ort sind, stört das hier niemanden. Von der Terrasse des angrenzenden Hotels öffnet sich der Blick auf die Westküste Korfus und nicht um sonst ist das dazugehörige Restaurant für die atemberaubende Aussicht auf den Sonnenuntergang bekannt.

Pärchen steht bei Sonnenaufgang am Kaiser's Throne.

Der Sonnenuntergang war schon sehenswert, doch der Sonnenaufgang legte noch einmal eine Schippe drauf. Die nebelverhangenen Olivenwälder im Tal bildeten einen unvergesslichen Kontrast zum entfernten Meer und der aufgehenden Sonne. Nach diesem herrlichen Start in den Tag führte uns unser Weg weiter nach Paleokastritsa, ein 19 Kilometer entferntes verschlafenes Dorf. Verschlafen ist dieses in der Hochsaison wahrscheinlich nicht mehr, da es sich um einen häufig besuchten Urlaubsort an der Westküste von Korfu handelt und hier alles auf Tourismus ausgelegt ist. Nicht einmal die Supermärkte hatten geöffnet, was uns in Anbetracht unserer zu Neige gehenden Lebensmittelvorräte durch aus ins Grübeln brachte. Der Ort liegt eingebettet in üppigen Wäldern aus Zypressen und Olivenbäumen und steile Küsten prägen das Bild. Des Weiteren umgeben ihn sechs Buchten. Der Hauptstrand Agios Spiridon schimmerte selbst an diesem Februartag in fast schon unnatürlich wirkenden Türkistönen. 

Türkis schimmerndes Meer und steile Felsküsten bei Paleokastritsa.

Am Ende der Straße befindet sich das Kloster Panagias, das für Touristen von April bis Oktober geöffnet hat. Es handelt sich um eines der meist besuchten Klöster auf Korfu und wurde im 13. Jahrhundert errichtet. Auch im Februar lohnt sich der kurze Fußmarsch, selbst wenn für uns die Tore geschlossen blieben. Neben dem Gebäudetrakt befindet sich rechterhand eine alte Kanone, die aus der Zeit der russischen Besetzung 1800 stammt. Während des Zweiten Weltkrieges wurde das Kloster von deutschen Soldaten als Kaserne und Befestigungsanlage genutzt. Wenn du dem Trampelpfad an der Kanone vorbei folgst, gelangst du nach einigen hundert Metern zu einem Aussichtspunkt, der den Blick auf die Buchten von Paleokastritsa nochmal aus einer anderen Perspektive ermöglicht. Hoch über den Klippen weitet sich der Blick auf das Ionische Meer, das in allen erdenklichen Türkistönen schimmert!

Drohnenaufnahme der steilen Felswände bei Paleokastritsa.

Nach einem kurzen Spaziergang am Strand setzten wir unseren Weg zum letzten Tagespunkt fort. Angelokastro ist eine alte Festungsanlage, die circa 10 Kilometer von Paleokastritsa entfernt liegt. Die Anfahrt führte uns über enge Serpentinen durch kleine Dörfer zunächst die Anhöhe hinauf und anschließend wieder hinunter. An einem kleinen Parkplatz am Fuße des Burghügels konnten wir unseren Bus bedenkenlos abstellen. Theoretisch werden für den Eintritt 3 € fällig, allerdings waren wir außerhalb der Saison vor Ort und konnten somit die steilen Stufen zur Burg kostenlos erklimmen. Oben angekommen eröffnet sich euch eine atemberaubende Aussicht auf das Meer und die umliegenden Küsten. Kein Wunder, dass das Angelokastro, welches auch als Engelsburg bezeichnet wird, als eine der wichtigsten Verteidigungsanlagen der Insel fungierte. Die byzantinische Burg thront hoch über den steil abfallenden Klippen und wurde im 13. Jahrhundert als eben jener militärischer Stützpunkt erbaut. Darüber hinaus boten die Gemäuer den Einheimischen bei den zahlreichen Angriffen auf die Insel Schutz und Zuflucht.

Drohnenaufnahme von der Festung Angelokastro untertags.
Drohenaufnahme von der Festung Angelokastro untertags.
Drohnenaufnahme der Festung Angelokastro untertags.
Drohenaufnahme von der Festung Angelokastro untertags.

Nach drei atemberaubenden Aussichtspunkten, die wir an diesem Tag besichtigt hatten, neigte sich dieser dem Ende zu. Somit stand die alltägliche Stellplatzsuche auf dem Programm. Unweit vom Angelokastro wurden wir im Dorf Aghios Georgios direkt am Strand fündig, was auch den Ausgangspunkt für die Wanderung zum Strand Porto Timoni darstellte. Ein weiteres Highlight unseres Korfu Trips!





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