Olympia - Peloponnes

Steinsäulen und Ruinen des Antiken Olympias.

Die Olympischen Spiele - für alle ein Begriff, doch so manch einer kennt gar nicht die Geschichte dahinter. Und genau dieser waren wir auf der Spur. Von den Dimosari Wasserfall auf Lefkada kommend, legten wir in Patras einen kurzen Zwischenstopp ein. Es war Karneval und in dieser Stadt herrscht zu dieser Zeit Ausnahmezustand. Paraden, Feiern und Feuerwerke, all das gehört zur größten Faschings-Feier in Griechenland dazu und natürlich wir. Nach einer durchzechten Nacht ging es langsam weiter Richtung Olympia, welches im Nordwesten der Halbinsel Peloponnes liegt und das MUSS einer jeder Griechenlandreise sein sollte!

Ruinen von Olympia mit Bäumen.

Die erste Olympiade fand 776 v. Chr. statt und wurde zur Ehre von Zeus ausgetragen. Zu Beginn umfassten die Spiele lediglich einen Wettkampftag. Erst mit den Jahren steigerte sich die Anzahl der Tage auf insgesamt fünf, wobei zwei davon der Organisation galten. An diesen Ereignissen nahm die gesamte griechisch sprechende Welt teil, Boten wurden ausgesandt, um den Termin sowie den Heiligen Frieden auszurufen. Hierbei handelte es sich um eine Waffenruhe kurz vor, während und nach den Olympischen Spielen, um den Athleten und Zuschauern die Anreise nach Olympia zu ermöglichen. Die damaligen Sieger wurden jedoch nicht etwa mit einer Medaille aus Gold gekürt, nein sie erhielten einen Kranz aus Zweigen des heiligen Olivenbaumes und eine purpurne Stirnbinde.

Grüne Wiese mit Blumen und Steinsäulen von Zeus-Tempel in Olympia.

Frauen wurde sowohl die Teilnahme, als auch der Zutritt als Zuschauer bei dem Turnier verboten. Die Nichteinhaltung der Regeln wurde mit dem Tod bestraft. Für das weibliche Geschlecht wurden aber ebenfalls Spiele ausgetragen, allerdings nur in einer Disziplin. 160 Meter Lauf, mit offenen Haar und kurzen Kleidern. Ach ja und selbst hier gab es Einschränkungen, nur Mädchen und unverheiratete Frauen durften rennen.

Abgebrochene Steinsäulen von Tempel in Olympia.

Und der Austragungsort für all dies war Olympia. Für die Besichtigung musst du ein Ticket für 6 € in der Neben- / 12 € in der Hauptsaison erwerben und die Öffnungszeiten beachten. Diese unterscheiden sich je nach Jahreszeit und Feiertagen. Seit 1989 gehört die archäologische Stätte zum UNESCO-Weltkulturerbe, mit dem Zeus Tempel als Herzstück. Dieser beherbergte eines der sieben Weltwunder der Antike, die 12 Meter hohe Zeus-Statue aus Gold und Elfenbein, welche heute als verschollen gilt. Außer dem Zeus-Tempel können die Überreste von weiteren Tempeln, Hallen und dem Stadion, das bis zu 45.000 Zuschauern Platz bot, besichtigt werden. Zu unserer Zeit blühten auf den Wiesen unzählige Blumen, die Vögel zwitscherten und nur ab und an kreuzte ein weiterer Besucher unseren Weg. Doch im Sommer kann es hier schnell eng werden. Busladungen voller Touristen werden an den Toren abgeladen, es lohnt sich also bereits zur Öffnung des Geländes unterwegs zu sein.

Antikes Stadion mit grünen Hängen und Frau, die ins Stadion geht.

Auch in der heutigen Zeit, hat Olympia seinen Sportsgeist beibehalten. 2004 wurden im antiken Stadion erneut Wettkämpfe der Spiele in Athen ausgetragen. Des Weiteren wird hier alle vier Jahre das Olympische Feuer entfacht und in die Welt hinaus getragen. Und wer noch mehr in die Geschichte der antiken Spiele eintauchen möchten, dem können wir die beiden Museen, die im Ticket enthalten sind, nur empfehlen.

Seitenspiegel eines weißen VW-Busses mit gefrorener Scheibe während Sonnenaufgang.
Frau mit Hund in den Gängen des Antiken Olympias.
Frau mit Hund geht durch Ruinen des Antiken Olympias mit Zeus Tempel im Hintergrund.

Wir genossen den sonnigen aber kalten Märztag, schlenderten mit unserem neuen Freund über das Gelände der Antiken Stadt und kehrten nach den unzähligen aber sehr interessanten Infotafeln in den Museen in einem Café im Ort ein. Die "neue Stadt" ist sehr auf Tourismus ausgelegt, wer mag es ihnen verdenken. Die Gasse durch den Ort lädt durchaus zum Bummeln ein, allerdings wird es auch hier in der Hauptsaison ziemlich eng werden. Nachdem wir unsere Getränke geleert hatten, machten wir uns über den angrenzenden Park zurück zu unserem Bus. Unser nächster Stopp waren die Nemouta Wasserfälle, die sich nur einen Katzensprung von Olympia entfernt befinden.





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