Grenze Costa Rica - Panama

Voller Bus am Grenzübergang Costa Rica - Panama.

Den wilden Süden Costa Ricas, den dichten Regenwald, die abwechslungsreiche Landschaft und die freundlichen Menschen ließen wir hinter uns, denn uns erwartete noch ein weiteres Land auf unserem Trip in Amerika. Panama. Ein Land, in welches bereits Janosch in dem Buch "Oh, wie schön ist Panama" wollte, das für unberührte Natur und eine aufregende Hauptstadt steht. Natürlich darf der weltbekannte Panama-Kanal, der von Menschenhand erschaffen wurde und eine Verbindung zwischen dem Pazifik und dem Atlantik herstellt, nicht vergessen werden. Doch dazu mussten wir erst einmal auf dem Landweg über die Grenze nach Panama einreisen. Leichter gesagt als getan.

Als junge Europäer sind wir es gewohnt, einfach und schnell in die angrenzenden Nachbarländer zu fahren, ohne uns lange Gedanken über die Grenzübergänge machen zu müssen. Doch um von Costa Rica nach Panama zu gelangen oder umgekehrt benötigt es schon etwas mehr. Unseren Tag starteten wir in der Drake Bay, welche zu den abgelegensten Orten ganz Costa Ricas gehört. Dementsprechend früh begannen wir unseren Trip, denn für uns stand erst einmal wieder die Bootsfahrt nach Sierpe an.


FAHRPLAN COLECTIVO-BOOTE


Nach 1,5 Stunden und einer leichten Übelkeit erreichten wir Sierpe. Ab hier stiegen wir auf Busse als Fortbewegungsmittel um. Mit dem ersten Sammel-Bus ging es weiter in das 45 Minuten entfernte Palmar Norte. Wir hatten uns im Vorfeld erkundigt, welche Route die beste und schnellste sei und darüber hinaus den Tipp eines Mitarbeiters unserer Unterkunft bekommen, dass man von Palmar Norte einen Bus in das 70 Kilometer entfernte Cd Neily nehmen sollte. Ab hier fahren in regelmäßigen Abständen Busse bis an die Grenze von Panama. Viele Ticos machen des Öfteren Abstecher in das Nachbarland, vor allem zur Weihnachtszeit, da dort die Preise deutlich niedriger sind. Und so saßen wir mit unserem riesigen Koffer ausschließlich mit Einheimischen in einem stark klimatisierten Bus und verfolgten auf unserem Handy ständig, ob wir wirklich in die richtige Richtung fuhren. Insgesamt brauchten wir 5 Stunden für die Strecke Drake Bay bis zum Ort Paso Canoas, in dem sich der Grenzübergang befindet.

Endlich an der Grenze angekommen wurden wir erst einmal von einem Regenschauer begrüßt, fanden jedoch in einem Imbiss Unterschlupf. Und so nutzen wir die kurze Pause, um uns zu stärken und auszukundschaften, wie wir über die Grenze kamen. Allerdings war es in diesem Ort äußerst chaotisch. Nach ein paar Gesprächen mit Einheimisch fanden wir heraus, wo sich der Grenzübergang befindet. Wir marschierten einfach drauf los und standen planlos in Panama. Wir wussten, dass wir einen Ausreisestempel für Costa Rica benötigten und auch einen Einreisestempel für Panama. Aber hatten keine Ahnung, wo wir diese erhalten. Also fragten wir bei der Grenzpolizei und ich stand plötzlich vier schwerbewaffneten Polizisten gegenüber. Diese sprachen kaum Englisch, aber mit Händen und Füßen verständigten wir uns. Wir mussten zurück nach Costa Rica, um den Stempel ein Stück entfernt vom Übergang an der Hauptstraße auf der rechten Seite zu erhalten. Und so ging es mit unserem 20 kg schweren Koffer zurück nach Costa Rica und nach weiteren 10 Minuten fanden wir endlich das Amt. Dieses schickte uns allerdings wieder weiter, da zuerst eine Ausreisesteuer zu begleichen war. Also weiter. Hauptstraße überqueren und zum nächsten Häuschen. 20 $ Steuern zahlen. Mit der Quittung zurück über die Straße und endlich erhielten wir den Ausreisestempel.

Froh endlich die erste Hürde genommen zu haben, ging es zur Grenze, hier mussten wir neben unserem Reisepass auch ein gültiges Weiterflugticket vorzeigen. Der weibliche Charm ist hier nur von Vorteil. Während ich einen äußert freundlichen Beamten hatte und einen kleinen Plausch hielt, als meine zehn Finger gescannt wurden, hatte Beppo einen ziemlich übel gelaunten Mann, der ihn am liebsten gefressen hätte. Am Schluss wünschten uns dennoch beide eine schöne Reise und endlich erhielten wir den Einreisestempel. Der Rest war ein Kinderspiel, wir stiegen in einen kleinen Sammelbus direkt hinter dem Grenzposten, der uns nach David zu unserem Mietauto bringen sollte.

Nach ca. 5 Minuten Fahrzeit wurde unser Bus jedoch noch einmal angehalten und ein schwer bewaffneter Soldat stieg ein, um die Passagiere zu kontrollieren. Wir waren die einzigen Europäer im Bus, demzufolge waren wir auch die Einzigen, die kontrolliert wurden. Der Mann wollte unsere Pässe sehen, denn in Panama stehen hohe Geldstrafen auf illegale Einwanderung, dementsprechend wird hier streng kontrolliert, vor allem bei Touristen. Nach kurzem Blättern in den Pässen sah der Soldat Beppo skeptisch an. Sie nickten gleichzeitig. Er verließ den Bus. Wir fuhren weiter. Der Busfahrer, ein Weißer mit weißem Iro, der den Bus auf gefühlte 10 Grad herunterkühlte, trat in die Pedale. Aus den Lautsprechern laute Latino-Elektromusik. Kopfschmerzen. Die Fahrt, für insgesamt 4 $, endete für uns in David, der drittgrößten Stadt Panamas. Dort angekommen holten wir unser Mietauto für die nächsten 10 Tage ab, um anschließend in das 50 Kilometer entfernte Bajo Boquete zufahren. Nach einem anstrengend Reisetag stand noch kurz Essen holen an und ab ins Bett. The Lost Waterfalls und die Wanderung zum La Piedra de Lino mussten noch eine Nacht auf uns warten.




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