Koman - Antikes Dalmace

Ein Mann blickt auf den blau schimmernden Koman-Stausee hinab.

WANDERUNG KOMAN - ANTIKES DALMACE


GEHZEIT - 3 h

DISTANZ - 8,5 km

HÖHENUNTERSCHIED - + 485 m

SCHWIERIGKEIT - leicht


Der Koman-Stausee! Für viele nur ein kurzer Zwischenstopp, um über Fierza in das abgelegene Valbona-Tal zu gelangen. Daher ist es kaum verwunderlich, dass dieses Gebiet noch ein nahezu unbeschriebenes Blatt im Bereich Wanderungen ist. So blieben unsere Recherchen im Vorfeld auch ergebnislos. Doch das wollten wir ändern, denn die Gegend ist durchaus sehenswert. Wir haben uns vor Ort auf die Suche gemacht und sich fündig geworden!

Wir schnürten unsere Wanderschuhe, parkten unseren Bus im kleinen Ort Koman und marschierten darauf los. Bei unserer Anreise hatten wir ein Schild und eine Wanderwegmarkierung entdeckt, was uns natürlich neugierig machte. Am Ortsrand führt eine Tour in die umliegende Berge und hat als Highlight Aussichtspunkte und die Ruinen einer aus dem Mittelalter stammenden Siedlung zu bieten.

Eine Frau wandert durch dichten Wald hinauf.

Wir zögerten nicht lange und folgten dem schmalen Trampelpfad. Der markierte Weg führt über Serpentinen hinauf zum Berg Maja Dalmacës. Zu Beginn ist dieser durchsetzt mit losen Steinen und befindet sich in einem unbewachsenen Hang. Wir sind in diesem Abschnitt ganz schön ins Schwitzen gekommen, da kein Schatten weit und breit in Sicht war. Nach einigen Kilometern gelangten wir zu einer kleinen Quelle, perfekt für eine kurze Rast im Schatten des Waldes. Immer weiter aufwärts führt der kleine Pfad, bis wir schließlich die ersten Ausgrabungen einer wichtigsten Ansiedlung im Mittelalter in Albanien erreichten. Diese wurde erst Ende des 20. Jahrhundert entdeckt und erforscht. Neben Backöfen und Feuerstellen wurden auch wertvolle Münzen und Keramik zu Tage getragen.

Die Überreste von alten Gräbern in der Nähe von Koman.

Passiert ihr die Ausgrabungen indem ihr nicht dem Hauptweg folgt, sondern an den steinigen Überresten der alten Siedlung vorbeimarschiert, gelangt ihr an einen Hang mit einer tollen Aussicht auf die umliegende Landschaft. Zurück am Wanderweg müsst ihr nach ein paar weiteren Metern die Augen offen halten. Denn auf der rechten Seite sind versteckte Treppenstufen, die man leicht übersehen kann. Der Weg führt weiter bergauf und ihr erreicht eine weitere Ausgrabungsstätte. Hier habt ihr anschließend zwei Möglichkeiten. Entweder ihr geht den bereits bestrittenen Weg wieder zurück nach Koman, oder ihr folgt dem Wanderweg weiter und wandert einen Bogen um den 567 Meter hohen Gipfel des Maja Dalamcës. Wir haben uns natürlich für die zweite Option entschieden. Der Weg der folgt wird jedoch noch schmäler und ist teilweise sehr dicht bewachsen. Unseres Erachtens ist er aber alle Mühen wert, denn auf etwa der Hälfte des Weges bietet sich euch ein toller Blick auf den Staudamm und den Fährhafen. Von malerischer Idylle kann allerdings hier keine Rede sein. Die Bergflanken, die den Damm umgeben sind von den Bauarbeiten gezeichnet und Stromleitungen durchkreuzen die Landschaft. Dennoch oder gerade deswegen ist es ein beeindruckender Anblick. Das Ende dieses Weges muss man sich dann teilweise selbst suchen. Nichtsdestotrotz spuckt dich diese Route am Seeufer nahe Koman aus.

Eine Frau wandert einen Berg hinab mit Ausblick auf dem Koman-Stausee.
Ausblick auf den hohen Staudamme des Koman-Stausees untertags.

Egal für welche Route du dich entscheidest, die Wanderung bringt ein paar tolle Aussichtspunkte mit sich und bietet darüber hinaus noch einen kleinen Einblick in die Geschichte der Gegend. Alles in allem eine abwechslungsreiche Möglichkeit, um die Gegend rund um den Staudamm zu erkunden. Einige Tage später hätten wir noch eine weitere Route in Richtung Damm eingeschlagen. Diesbezüglich ist jedoch Vorsicht geboten. Markierte Wanderwege gibt es nicht und wir sind nach ein paar Metern im Betriebsgelände des Staudamms gelandet. Hier ist alles abgeriegelt und wir wurden schließlich vom Wachpersonal höflich darauf hingewiesen, das Gelände zu verlassen. Also haltet euch lieber an unsere Wegbeschreibung bevor ihr auf eigene Faust darauf los marschiert.

Ausblick auf den blau schimmernden Koman-Stausee untertags.

Ob du die Gegend um den Koman-Stausee nun auf dem Wasser oder zu Fuß erkundest, oder dich einfach am Seeufer entspannen möchtest, in dieser abwechslungsreichen Landschaft kommt wirklich jeder auf seine Kosten. Da wir noch mehr von den „verwunschenen Bergen“, wie die Albanischen Alpen von den Einheimischen genannt werden, entdecken wollten, war der aufstrebende Wanderort Theth und dessen Nationalpark unser nächstes Ziel. Die Vorfreude war riesig!






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