Vat Phou - Champasak

Drohnenaufnahme des Vat Phou untertags.

Der Süden von Laos - für viele Reisende ist dieser Teil des Landes noch ein schwarzer Fleck auf der Landkarte. Zu wenige Sehenswürdigkeiten, zu uninteressant und eine zu beschwerliche Anreise lassen viele lieber in die Nachbarländer flüchten. Doch völlig zu Unrecht, denn neben der eindrucksvollen Natur ist auch der Vat Phou, eines der beiden UNESCO-Weltkulturerbe des Landes, einen Besuch wert.

Eine Frau hält eine weiße Blüte in die Kamera und lächelt dabei.

Ausgangspunkt für deine Reise in den Süden ist die Hauptstadt von Laos, Vientiane. Besonders sehenswert ist diese nicht und wird von vielen nur als Drehkreuz für ihre Reise genutzt. Um weiter nach Pakse, der drittgrößten Stadt des Landes zu gelangen, hast du zwei Möglichkeiten. Entweder du wählst einen Nachtbus, der dich innerhalb von 12 Stunden an dein Ziel bringt oder, und für diese Variante haben wir uns entschieden, du nutzt ganz bequem das Flugzeug. In rund 1,5 Stunden hast du die Distanz von 700 Kilometern bewältigt und kannst frisch aus dem kleinen Flughafen der Stadt marschieren.

Sonnenuntergang über den Mekong in Pakse.

Wir selbst haben uns etwas außerhalb von Pakse, genauer gesagt in Champasak, einquartiert. Hier können wir dir das Nakorn River View Hotel wärmstens ans Herz legen. Die Unterkunft befindet sich direkt am Flusslauf des Mekong und der Sonnenaufgang ist  atemberaubend! Die Besitzer erfüllen einem jeden Wunsch und das Essen ist einfach nur bombastisch. Von dort ist es auch nicht mehr weit zum Vat Phou. Nur 10 Kilometer und eine staubige Straße trennen uns und unsere unbequemen Mountainbikes von der Tempelanlage. Wir radeln los, die Sonne brennt wieder einmal erbarmungslos auf uns herab und nur der Fahrtwind verschafft etwas Abkühlung. Winkende Kinder und ihre euphorischen Begrüßungen auf Englisch zaubern uns ein Lächeln auf die Lippen. Und wir fragen uns wieder einmal, warum wir nicht einfach einen Roller gemietet haben. Aber wer rastet, der rostet!

Die alten Ruinen des Vat Phou zur Mittagszeit.

Wie auch immer du zu dem Tempel gelangst, achte auf die Öffnungszeiten von 6 - 18 Uhr. Natürlich ist auch ein Eintrittsticket nötig, das pro Person 50.000 Kip (≈ 2,50 €) kostet. Vom Eingang aus ist noch nicht wirklich etwas von der Tempelanlage erkennbar. Mit kostenlosen E-Shuttlebussen werden wir zum eigentlichen Zugang gebracht. Vorbei an riesigen Wasserbecken und den ersten Säulen erreichen wir schließlich die unterste Ebene. Zwei symmetrisch aufgebaute Gebäude stehen sich gegenüber, ihre genaue Verwendung ist bis heute nicht geklärt. Nur wenige Besucher tummeln sich hier, wir rasten im Schatten der Ruinen und bei näherer Betrachtung fallen einem immer mehr Details an den Bauwerken auf.

Die alten Ruinen des Vat Phou in der Nähe von Pakse untertags.
Detailaufnahmen des Vat Phou in der Nähe von Pakse.
Ein Baum und seine Wurzeln verschlingen die Treppe hinauf zum Vat Phou.

Eine schmale Steintreppe führt unter den blühenden Tempelbäumen weiter hinauf zu den nächsten Ebenen. Ganz oben befindet sich das Herzstück der Anlage, ein kleiner Tempel mit Schlangenköpfen. Aber auch eine Wasserquelle, verschiedene Tiere, die in den Stein gehauen wurden und der Ausblick über die Anlage ist absolut sehenswert. Teile davon wurden auf das 6. Jahrhundert datiert, was sogar dem bekannten Angkor Wat in Kambodscha vorausgeht. Gerne wird hier auch ein Vergleich zwischen den beiden Tempeln aufgestellt, denn die typische Bauweise der Khmer ist auch hier deutlich erkennbar. In Größe und Bekanntheit kann der Vat Phou nicht mithalten, trotzdem hat die Anlage ihren ganz eigenen Charme. Übrigens geriet diese in Vergessenheit und wurde erst 1866 wiederentdeckt. Auch interessant ist, dass der Vat Phou ursprünglich ein hinduistischer Tempel war, der der Gottheit Shiva gewidmet war. Ergänzt wurden die Bauwerke aber mit vielen Elementen des Buddhismus, was einen einzigartigen Mix ergibt.

Die blühenden Tempelbäumen säumen den Weg hinauf zum Vat Phou.
Ein Mann spaziert entlang des Weges hinauf zum Vat Phou.
Eine Gruppe kommt den unwegsamen Weg am Vat Phou hinab.
Ein Mann steigt die steilen Stufen zum Vat Phou hinauf.
Eine Frau blickt auf den langen Weg zum Vat Phou hinab.
Ein Mann blickt am höchsten Punkt auf die gesamte Anlage des Vat Phou hinab.

Auf dem Gelände könntest du Stunden verbringen, die einzelnen Tempel bestaunen und unter den Tempelbäumen eine kleine Pause einlegen. Der Vat Phou hat seinen ganz eigenen Reiz und braucht sich nicht hinter anderen bedeutsamen Bauwerken verstecken. Die Reise in den Süden hat sich alleine wegen diesem UNESCO-Weltkulturerbe schon gelohnt, doch die Region hat noch mehr zu bieten. Das Bolaven-Plateau mit dem höchsten Wasserfall des Landes ist unser Ziel für die nächsten Tage!




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