Val d‘Orcia - Toskana

Gewundene mit Zypressen gerahmte Straße im Val d‘Orcia.

Die Toskana, landschaftliche Idylle, Zypressenalleen und alte bunte Häuser. Ja so stellt sich jeder die Toskana vor, doch wo findet man die charakteristischen Merkmale dieser italienischen Region. Val d‘Orcia ist hier das richtige Stichwort! Eine Landschaft südlich der Stadt Siena ist mit Sehenswürdigkeiten gespickt und lässt keinen Wunsch in Sachen Toskana Trip offen!

Der Name Val d‘Orcia ist vom gleichnamigen Fluss abgeleitet und 2004 wurde die Region zum Weltkulturerbe der UNESCO ernannt. Von Saturnia kommend, legten wir den ersten Stopp in Montalcino ein. Nach anfänglichen Schwierigkeiten ein Parkticket zu lösen, der Automat funktionierte nicht, bewältigten wir den Anstieg zur historischen Altstadt. Oben angekommen, gab es von einem freundlichen Italiener, mit dem wir am Parkplatz schon über die Tickets gesprochen hatten den Hinweis, dass die Automaten hier funktionieren würden. Also Ticket lösen, wieder zurück zum Parkplatz, Ticket ins Auto, wieder zurück in die Stadt. Es war 10:00 Uhr Morgens und hatte bereits 30°C.

Alter Glockenturm in einen Ort im Val d‘Orcia.
Alte steinerne Kirche untertags im Val d‘Orcia.

Wir erkundeten die Festung von Montalcino, folgten der Stadtmauer, die aus dem 13. Jahrhundert stammt und schlenderten durch die historische Altstadt. Hier gibt es mehrere Kirchen zu bestaunen, wobei die Kathedrale San Salvatore, ein imposanter Dom, die bekannteste darstellt. Die Kirche wurde um das Jahr 1000 errichtet und im Jahre 1818 nahezu vollständig erneuert. Wir spazierten weiter und entdeckten fast an jeder Ecke eine neue Sehenswürdigkeit oder einen atemberaubenden Aussichtspunkt. Die Stadt ist übrigens berühmt für den Brunello, einen weltbekannten Spitzenwein. Nach circa 2 Stunden im Stadtkern, traten wir den Weg zurück zu unserem Bus an und fuhren weiter in Richtung San Quirico d‘Orcia.

Die Sonne stand im Zenit als wir auf einem Campingplatz bei San Quirico d‘Orcia Zuflucht vor der Hitze fanden. Es war Mitte August und die Wettervorhersagen prophezeiten bis zu 45° Celsius im Schatten! Das Angebot an Stellplätzen ist in dieser Region äußerst überschaubar, weshalb wir überglücklich waren, dass wir für eine Nacht stehen bleiben durften. Eigentlich war unser Plan mindestens zwei Nächte in Val d‘Orcia zu bleiben. Doch aufgrund der fast schon unerträglichen Hitze, sogar beim Sitzen im Schatten war man nach ein paar Minuten nass geschwitzt und erschöpft, entschieden wir uns am Abend San Quirico d‘Orcia und im Laufe des kommenden Tages die restlichen Sehenswürdigkeiten auf unserem Weg zur Ostküste des Stiefels zu besichtigen.

Die Hitze hatte nachgelassen und wir wagten uns aus dem Schatten. Nach einer wohltuenden, erfrischenden Dusche fuhren wir nach San Quirico d‘Orcia. Die Gegend um die Stadt, in der auch unser Campingplatz lang, ist der ideale Ausgangspunkt um Val d‘Orcia zu erkunden. Aber auch die Stadt selbst lädt zum Bummeln ein. Insbesondere in den Abendstunden, wenn sich die Wolken allmählich zu färben beginnen, lässt die Gasse mit der malerischen Kirche - Pieve dei Santi Quirico e Giulitta jedes Herz höher schlagen. Wir verbrachten einen gemütlichen Abend im beschaulichen Ort und stärkten uns bei Pizza und Pasta. 

Die malerische Kirche Pieve dei Santi Quirico e Giulitta in den bunten Gassen der Stadt.

Am nächsten Morgen beglichen wir unsere Rechnung im Campingplatz und fuhren wieder Richtung San Quirico d‘Orcia. Doch kurz bevor wir die Stadt erreichten, bogen wir auf der Hauptstraße nach einer überwundenen Brücke rechts ab. Hier befindet sich direkt am Straßenrand ein kleiner Parkplatz. Den Schildern zufolge dürfte man hier nicht stehenbleiben, doch keine Sorge zu den Stoßzeiten halten hier bis zu 20 Autos. Wir waren früh dran und so teilten wir uns den Rastplatz nur mit einem weiteren Auto. Unser Ziel war der Cerchio di cipressi, Zypressen die im Kreis um ein Kunstwerk stehen. Von unserem Bus aus marschierten wir die Anhöhe hinauf, dem ausgetretenen Pfad einfach folgend. Nach circa 5 Minuten erreichten wir den Kreis aus Bäumen. Hier solltet ihr definitiv einen Zwischenstopp einlegen!

Drohnenaufnahme vom in kreisstehenden Zypressen am Morgen.

Ein weiteres Highlight der Region ist die Cappella della Madonna di Vitaleta, eine kleine, malerische Kapelle, die hier, im Herzen der Toskana errichtet wurde. Von der Straße aus, auch hier ist ein kleiner Parkplatz, kann man die Kapelle mit den Bäumen schon erkennen. Allerdings muss der Weg, circa 30 Minuten einfach, zu Fuß zurückgelegt werden. Da die Sonne schon relativ hoch stand, verzichteten wir an diesem Tag darauf. Zum Sonnenaufgang soll der Anblick allerdings atemberaubend sein und da es mit Sicherheit nicht unsere letzte Tour durch Italien war, wer weiß...

Einsame kleine Kapelle auf einem Hügel im Val d‘Orcia.

Unser nächstes Ziel war Pienza, eine malerische Stadt eingebettet in die hügelige Landschaft der Toskana. Der Ort, der sich wiederum selbst auf einer Anhöhe befindet, gehört seit 1996 zum Weltkulturerbe der UNESCO. Die bunten mit Blumen verzierten Häuser, die schmalen Gassen und der atemberaubende Ausblick laden zum Verweilen ein. Wir hatten bis dahin noch kein Frühstück, also machten wir es uns in einem Café an der Stadtmauer gemütlich, genossen unseren frischen Orangensaft und ließen den Blick schweifen. Von hier konnten wir auch einen weiteren, beliebten Ausflugspunkt von der Ferne aus erkennen. Im Film Gladiator wurden einigen Szenen unweit der Stadtmauern Pienzas gedreht.

Steinerne, menschenleere Gasse untertags im Val d‘Orcia.

Der letzte Stopp den wir im Val d‘Orcia einlegten war gleichzeitig der wohl bekannteste, das Sinnbild der Toskana. Wenn du in der Internetsuche Toskana eingibst, ist diese Aussicht das erste Bild, das erscheint. Die gewundene Straße, die sich eine leichte Anhöhe hinauf schlängelt ist gesäumt mit Zypressen, an ihrem Ende steht ein malerisches Anwesen und so bildet die Szenerie alles, was man sich unter der Toskana vorstellt ab. Der Aussichtspunkt befindet sich am Ortsrand von Monticchiello. Wir verbrachten eine halbe Stunde hier, genossen die Aussicht, schossen ein paar Fotos und verabschiedeten uns gleichzeitig von der Toskana!

Drohnenaufnahme einer gewundenen, mit Zypressen gesäumten Straße im Val d‘Orcia.

Der Hitze entfliehend, führten uns die Straßen nach einer kurzen, intensiven aber dennoch atemberaubenden Zeit in der Toskana und dem Val d‘Orcia gen Osten. Unser Ziel war die Küste, das Meer, die Abkühlung. Nach einem kurzen Zwischenstopp am Trasimenischen See stranden wir in Sirolo und fanden die ersehnte Erfrischung in der Adria!




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