Triglav Seen - Slowenien

Bergpanorama im Triglav Nationalpark mit See, Berghütte und schroffen, felsigen Gipfel.

WANDERUNG TRIGLAV SEEN


GEHZEIT - 6 h

DISTANZ - 16 km

HÖHENUNTERSCHIED - + 1.100 m

SCHWIERIGKEIT - schwer


Nachdem wir eines der bekanntesten Reiseziele Sloweniens, das Soča Tal, mit seinen Wasserfällen und dem malerischen Flusslauf zu genüge erkundet hatten, wollten wir wieder einmal hoch hinaus. Wir schnürten unsere Wanderschuhe. Unser Ziel waren die Triglav Seen im gleichnamigen Nationalpark!

Mann wandert mit Stock durch Wald.

In einem 8 Kilometer langen Tal befinden sich insgesamt 10 Bergseen. Auch wird es das Tal der sieben Seen genannt, da im Hochsommer drei der Becken austrocknen. Umgeben von den julischen Alpen ist es das Herzstück des Triglav Nationalparks und ein absoluter Besuchermagnet. Doch die geläufige Bezeichnung dieser Gegend als Tal ist absolut trügerisch. Denn wer hierher gelangen möchte, muss zunächst seine Füße in die Hand nehmen und über 1.000 Höhenmeter hinter sich lassen. Straßen oder Liftanlagen zu diesem Plateau gibt es keine, entsprechend ist die Wanderung zu den Triglav Seen durchaus anspruchsvoll.

Atemberaubendes Bergpanorama im Triglav Nationalpark mit bewaldeten Bergen.

Es gibt zwei Möglichkeiten zu den Seen zu gelangen, einmal über die Hütte Koča pri Savici oder über Planina Blato. Wir wählten erstere, parkten unseren VW-Bus auf einem "Wanderparkplatz" kurz vor dem kostenpflichtigen Parkplatz am Ende der Straße und begannen den Aufstieg. Dieser ist auf der Karte kurz nach der Hütte als „schwieriger alpiner Wanderweg“ gekennzeichnet und hat es wirklich in sich. Nach Regentagen ist dieser aus Sicherheitsgründen für zwei Tage gesperrt! Zu Beginn führt der Weg in einer angenehmen Steigung aufwärts, doch nach einem Kilometer war Schluss mit lustig! An der Steilwand schlängelt sich der schmale Pfad immer weiter in die Höhe. Zum Teil mit Drahtseilen und Tritten gesichert kletterten wir hinauf, bis wir schweißgebadet und heilfroh die Felskante erreichten.

Frau wandert auf felsigem Pfad und hält sich an Stahlseil fest.

Danach ist es ein Kinderspiel zum ersten See, dem Crno Jezero zu gelangen. Dieser ist der südlichste der zehn Seen und im Hochsommer nur noch mit wenig Wasser gefüllt. Umgeben von hohen Felswänden und riesigen Steinen am Ufer ist er dennoch ein sehenswertes Zwischenziel und eine willkommene Raststation, denn unser eigentliches Ziel war noch lange nicht erreicht. Wir wollten auch den zweiten der insgesamt 7 Seen erkunden.

Südlichster Triglav See befindet sich in einem felsigen Geröllfeld umgeben von bewaldeten Hängen und schroffen Bergen.

Nach weiteren vier Kilometern und 410 Höhenmetern erreichten wir endlich das Ufer des nächsten Gewässers. Der Doppelsee Dvojno jezero, der im Sommer jedoch getrennt ist, verbindet sich lediglich im Frühjahr zu einem einzigen großen See. Wir suchten uns ein ruhiges Plätzchen und genossen das Panorama der Berge Mala und Velika Ticarica. Nach einer entspannten Zeit am Ufer des zweiten Sees, war es an der Zeit das Angebot der nahegelegenen Berghütte in Anspruch zu nehmen, denn wir träumten bereits beim Aufstieg von einem leckeren Apfelstrudel!

Frau genießt das atemberaubende Bergpanorama am Ufer eines der sieben Triglav Seen.
Ein Paar sitzt auf einem Felsen am Ufer eines der Triglav Seen vor einem Berg und lacht in die Kamera.
Ruhiges Ufer des Triglav Sees mit Hütte, Wald und Bergen.

Gut gestärkt ging es an den Rückweg und dieser kostete uns wirklich die letzte Kraft. Wir mussten schließlich die 8 Kilometer und 1.100 Höhenmeter wieder zurückgehen. Wer übrigens die restlichen der 7 beziehungsweise 10 Seen sehen möchte, muss eine mehrtägige Wanderung mit entsprechender Übernachtung in den Bergen einplanen. Da wir am frühen Nachmittag unseren Weg zurück zum Bus antraten, war der Wanderweg durchaus gut besucht, was vor allem die engen Passagen zu kurzzeitigen Geduldsspielchen werden ließ. Wir waren jedoch heilfroh, dass wir die Wanderung bereits am frühen Morgen starteten. Es hatte über 30 Grad und an der kompletten Felswand war kaum Schatten, was den Anstieg zur Mittagszeit noch einmal erheblich anstrengender macht. Nehmt euch entsprechend ausreichend Wasser mit und startet so früh wie möglich!

Mann steht zwischen Laubbäumen, vor ihm der Abgrund.
Mann steht auf Wanderweg, der mit einem Stahlseil gesichert ist und blickt nach rechts in den Abgrund in dem sich entferne Berge befinden.

Unten angekommen, wartete dann noch eine böse Überraschung in Form eines Strafzettels auf uns. Weit und breit kein Parkverbotsschild! Unser Bus stand mit weiteren Fahrzeugen in einer Parkbucht neben der Straße. Die Begründung des Rangers war, dass in vier Kilometer Entfernung ein entsprechendes Schild stehen würde. Und wir waren nicht die einzigen. Auf unserem Weg aus dem Nationalpark passierten wir circa 100 Autos, die ebenfalls ein Knöllchen am Fenster kleben hatten. Grundsätzlich kommt es uns in Slowenien so vor, als würden sie bei solchen Themen sehr stark auf Profit aus sein! Entsprechend war unsere Stimmung im Keller.

Frau geht auf einem Wanderweg zu einer Berghütte bei der sich ein blau, weißer Hubschrauber befindet.

Wer sich vor einer anstrengenden Wanderung nicht scheut, der sollte sich die Triglav Seen nicht entgehen lassen! Das Bergpanorama ist beeindruckend und eine mehrtägige Tour in den slowenischen Bergen ist mit Sicherheit lohnenswert. Unsere Zeit in Slowenien war damit auch schon wieder um, das Nachbarland Ungarn wartete auf uns!





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