San-Blas-Inseln - Panama

Menschenleerer Strand mit türkisen klaren Wasser auf den San-Blas-Inseln.

San-Blas-Inseln - das Paradies auf Erden! Kristallklares, türkisfarbenes Wasser und einsame weiße Sandstrände soweit das Auge reicht. Hier kann man die Seele baumeln lassen, die Sonne unter Palmen genießen oder die etwa 365 Inseln mit dem Boot erkunden. Viele der Inseln sind unbewohnt und auf einer Fläche von circa 100 Quadratmeilen verteilt. Nur die größeren Inseln sind von den Kuna Indianer bewohnt. Diese haben das Archipel von der Regierung übertragen bekommen und leiten dieses autonom, sprich sie haben die Kontrolle über sämtliche Entscheidungen, wie zum Beispiel die An- und Abreise von Touristen.

Ausgangspunkt unserer Reise auf die San-Blas-Inseln war Panama City. Dort hatten wir uns in das Hostel Mamallena einquartiert und den letzten Tag mit etwas Sightseeing und der Rückgabe unseres Mietautos verbracht. Da wir vorab von zu Hause aus die Tour gebucht und geregelt hatten, konnten wir den Abend ganz entspannt ausklingen lassen. Unsere Unterkunft arbeitet mit der Agentur "Panama Travel Unlimited" zusammen, welche verschiedene Touren auf die Inseln anbieten. Wir hatten uns für die "Ultimate San Blas Island"-Tour entschieden und eine Übernachtung in einer Mehrbetthütte für 155 $ pro Person gebucht. Bei diesem Preis ist die Abholung am Hostel, die Bootsfahrt, sämtliche Mahlzeiten und auch der Eintritt, um überhaupt auf die Inseln zu dürfen, mit inbegriffen.

Am nächsten Morgen wurden wir um circa 05:00 Uhr abgeholt und auf dem Weg Richtung Fährhafen sammelten wir noch weitere Touristen ein. Die Fahrt zum Hafen Puerto de Carti dauert ca. 3 Stunden und ist nichts für schwache Mägen. Zuerst verläuft die Hälfte der Strecke auf einer gut ausgebauten Hauptstraße. Nach einem kurzen Stopp an einer Tankstelle, bei der sich jeder noch mit Snacks und Trinken eindecken kann, wird es spannend. Die Straße wird immer enger und kurviger und ist mit riesigen Schlaglöcher versehen, welchen der Fahrer weitestgehend versucht auszuweichen. Und wenn man endlich glaubt, gleich am Hafen angekommen zu sein, kommt der nächste Hügel und die nächste Kurve und es geht weiter. Nach gut einer Stunde auf der kurvigen Strecke erreichten wir einen Grenzposten. Ab hier ist das Gebiet der Kuna, die an diesem Übergang Eintritt von den Touristen verlangen, der wie bereits erwähnt beim Ticket der Tour inbegriffen ist. Außerdem werden die Reisepässe kontrolliert, diese solltet ihr griffbereit haben. Der Fahrer erledigt die Formalitäten und ihr müsst bei der Passkontrolle lediglich freundlich aus dem Fenster kucken. Ab hier dauert es noch etwa 30 Minuten bis man mit einem leicht flauen Magen am Hafen ankommt. Kurz das Gepäck ausladen und dann heißt es erstmal auf die verschiedenen Anbieter und Boote aufteilen.

Unser Guide namens Kevin begrüßte und mit einem freundlichen "Servus", was uns einen kurzen Moment innehalten ließ. Konnte es sein, dass wir soeben am anderen Ende der Welt, in einem entlegenen Teil Panamas von einem Einheimischen, einem Kuna, auf bairisch begrüßt wurden? Er merkte uns an, dass wir sehr erstaunt waren und erklärte uns auf Deutsch, dass sein Bruder und seine Tante in München lebten und er schon ein paar Mal zu Besuch war. Natürlich auch auf dem Oktoberfest. Ok, alles klar, das erklärte alles! Und auch auf seinem Boot war die Verbundenheit zu Deutschland zu erkennen. Neben den Farben Schwarz, Rot, Gold war sein Boot auch mit dem Text eines bekannten deutschen Partylieds geschmückt worden. Oder ein paar Touristen durften sich hier austoben, wer weiß... 

Zu Beginn unserer Überfahrt auf die Isla Iguana kamen wir an der Hauptinsel der Kuna vorbei. Auf der Insel Carti leben die meisten Einheimischen auf engsten Raum zusammen und so schien es, als sei auf der Insel kein freies Fleckchen mehr vorhanden. Nach dem kurzen Stopp auf der Insel, ging es weiter hinaus auf das offene Meer. Vorbei an einsamen Inseln und traumhaften Stränden schimmerte das kristallklare Wasser unter uns in allen erdenklichen Blautönen. Im Camp und dementsprechend auf unserer Insel angekommen, hieß es erst einmal die Zimmer beziehen. Auf dem Eiland gibt es neben dem Hauptgebäude, in dem sich die Küche und das Restaurant befindet, noch ein paar Bungalows und Hütten. Wir haben uns für eine Hütte mit mehreren Betten entschieden, da es schließlich nur eine Nacht war und alle privaten Bungalows ausgebucht waren. Außerdem gab es ein Sanitärhaus mit Toiletten und Duschen. Was man noch anmerken muss ist, dass die Inseln natürlich nicht an das Stromnetz angeschlossen sind und somit röhrt den ganzen Tag ein Dieselaggregat vor sich hin, was jedoch an den meisten Plätzen auf der Insel nicht stört.

Nach dem Mittagessen ging es gleich weiter mit dem Tagesprogramm. Ein Ausflug auf die Nachbarinsel Isla Perro stand an, so stiegen wir mit Schnorchel und Schwimmwesten bewaffnet wieder in unser Boot und genossen die kurze Überfahrt. Auf der Inseln angekommen konnten wir selbst entscheiden, was wir machen wollten. Ob in der Sonne an unserer Bräune arbeiten, im Schatten ein Buch lesen, im Meer schnorcheln oder mit Kevin und den restlichen Kuna einen Cuba Libre trinken. Ja mit Rum und Cola werdet ihr von den Einheimischen bestens versorgt! Nach circa zwei Stunden schipperten wir zurück zu unserer Hauptinsel und konnten hier bis zum Abendessen die Zeit mit Beachvolleyball oder schwimmen vertreiben.

Abends kehrt schnell Ruhe auf der Insel ein, im wahrsten Sinne des Wortes, denn ab ca. 20 Uhr wird hier das Licht ausgeschaltet und dann heißt es Gute Nacht. Am nächsten Morgen, bevor wir wieder zurück ans Festland fuhren, stand noch ein Besuch auf der Isla Pelican an. Insel ist hier etwas übertrieben, denn eigentlich bestand diese nur aus Sand und ein paar Palmen und war zu Fuß in 2 Minuten umrundet. Hier verbrachten wir circa eine Stunde und bei der Heimfahrt ging es noch an einem himmlischen Fleckchen vorbei. Eine Insel? Nein, mitten im Nirgendwo stoppte unser Boot und Kevin sagte nur "Ok Leute, ab ins Wasser!". Etwas verdutzt folgten wir der Anweisung und schwammen zu einer Sandbank, die nur ein paar Meter entfernt war. Wir erreichten diese, auf der man hüfttief im offenen Ozean stehen konnte und trauten unseren Augen kaum. Im kristallklaren Wasser lagen zahllose bunte Seesterne. Und so erkundeten wir mit Schnorchel und Taucherbrille die einzigartige Unterwasserwelt.

Oranger Seestern unter Wasser.

Karibik pur soweit das Auge reicht! Wir waren beide begeistert. Von den Leuten, der Stimmung, dem Wasser, den Inseln, von allem. Dementsprechend sind die San-Blas-Inseln unseres Erachtens ein Muss, wenn ihr eine Tour durch Panama plant! Nach einem letzten Essen mussten wir Abschied nehmen sowohl vom paradiesischen Inselarchipel, als auch von Panama selbst. Unser Trip durch Costa Rica und Panama neigte sich dem Ende zu und somit auch ein atemberaubendes Abenteuer, das keinen besseren Abschluss als die San-Blas-Inseln hätte haben können. Am nächsten Tag wartete schon der Flieger nach Deutschland und auch das triste Novemberwetter auf uns! Oh wie schön ist Panama - ja Janosch hatte Recht!




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