Pisa - Toskana

Der Schiefe Turm von Pisa bei Sonnenuntergang.

Symbol der Stadt und Wahrzeichen eines ganzen Landes, der Schiefe Turm von Pisa. Bei unserem Trip durch die Toskana stand dieser natürlich ganz oben auf unserer Liste. Während meiner Abschlussfahrt in der Schule und mit meinen Eltern hatte ich dem Gebäudekomplex bereits einen Besuch abgestattet, für Lui war es das erste Mal. Aber auch ich habe die Stadt so wie bei diesem Urlaub noch nicht erlebt.

Ursprünglich war der Turm als freistehender Glockenturm für den angrenzenden Dom geplant. Doch als sich 1185, 12 Jahre nach Baubeginn, der Turm allmählich in südöstliche Richtung zu neigen begann, musste ein Baustopp eingelegt werden, der 100 Jahre anhielt. Zu diesem Zeitpunkt waren gerade mal 3 Etagen finalisiert. Die darauffolgenden 4 Ebenen wurden mit einem angepassten Neigungswinkel und entsprechend verspätet aufgebaut. Fertiggestellt wurde das Bauvorhaben dann letztendlich 1372. Als final abgeschlossen kann das Projekt allerdings bis heute nicht angesehen werden, da immer wieder Sanierungsmaßnahmen nötig sind, um ein Einstürzen des Marmorturms zu verhindern. Geplant war eine Höhe von 100 Metern, aufgrund der Schieflage bemisst das Wahrzeichen der Stadt heute nur knapp 56 Meter. Als Ursache für die Neigung, die dem Turm zur Berühmtheit verhalf, ist der lehmige und sandige Untergrund zu nennen, der dem Gewicht des Turms nicht standhält. Der Domplatz Piazza dei Miracoli, was übersetzt "Platz der Wunder" bedeutet, ist seit 1987 samt Schiefem Turm UNESCO-Welterbe. Der Dom an sich gilt wiederum als Vorbild für die bekannten Bauten in Florenz und Siena. 

Der Schiefe Turm von Pisa und dessen Dom untertags.

Doch zurück in die Gegenwart. Von La Spezia kommend näherten wir uns dem bereits von weithin sichtbaren Sinnbild Pisas. Wir fuhren einen Campingplatz ganz in der Nähe der Altstadt an. 15 Minuten Gehzeit zum Turm, das ließen wir uns nicht zweimal sagen. Nach einem erfrischenden Sprung in den Pool, Badekappen durften natürlich nicht fehlen, starteten wir gegen Abend unseren Weg in die Stadt. Unser Ziel, der Schiefe Turm zum Sonnenuntergang, ein Spektakel, dem ich bislang auch noch nicht beiwohnen durfte. Wir durchschritten das Tor zum Domplatz und waren beide sprachlos, selbst beim dritten Besuch verliert der weiß strahlende Gebäudekomplex keineswegs an Zauber. Wir schlenderten durch den Englischen Rasen, umrundeten die drei Bauten und entspannten schließlich in der kontrastreichen Anlage. Die zahlreichen Besucher, der Platz war aber keineswegs Überlaufen, schossen die typischen Urlaubsfotos am Turm, worüber wir uns einerseits amüsierten, andererseits durften sie bei uns natürlich auch nicht fehlen. Ich glaube das ist ein ungeschriebenes Gesetz, dass beim Besuch des Schiefen Turms ein entsprechendes Foto geknipst werden muss.

Der Fluss Aron und die angrenzende Altstadt von Pisa abends.

Die malerischen Gassen, die an den Domplatz angrenzen und die kleinen Restaurants laden zum Verweilen ein. Wir schlenderten durch die historische Altstadt, bis wir den Fluss Aron erreichten, der gesäumt von alten bunten Häusern ein weiteres Highlight der Stadt bildet.

Pünktlich zum Sonnenuntergang waren wir zurück am Turm. Es war unbeschreiblich. Der Himmel schien in Flammen zu stehen und hüllte die sonst in weiß strahlenden Riesen, in ein Kleid aus rotem Schein. Wir standen schweigend nebeneinander und ließen den Moment auf uns wirken.

Der Schiefe Turm von Pisa bei Sonnenuntergang.

Beim anschließenden Cocktail schwärmten wir über den Abend und marschierten bei einsetzendem Regen zurück zu unserem kleinen, mobilen Zuhause. Erholung war angesagt, der nächste Tag sollte es in sich haben. Unser Ziel war Florenz, die Hauptstadt der Toskana, doch unseren Bus nahmen wir nicht mit!




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