Padang Padang Beach - Bali

Frau steht am mit Surfbrett am Strand und blickt zwischen Felsen hindurch aufs offene, türkise Meer.

Bali ist ein Mekka für Surfer aus aller Welt und genau davon wollten wir etwas mit nach Hause nehmen. Bekannt ist die Insel der Götter für konstante Wellen und leicht zugängige Surfspots für jedes Könner-Level. Ob Anfänger, Fortgeschrittener oder Profi, auf der Insel wird jeder fündig. Die angenehm konstanten Wassertemperaturen von circa 25 Grad, sowie das Ambiente mit reizvollen Tempeln, der grünen Natur und einer gut ausgebauten Infrastruktur mit Bars, Hotels und Geschäften lassen so manches Surferherz höher schlagen.

Allerdings hat auch dies seine Schattenseiten, denn Orte wie Kuta oder Canggu sind mit Hotels zugepflastert und immer mehr Natur und authentische, ursprüngliche Orte müssen den Touristenkomplexen weichen. Neben engen Gassen mit zahlreichen Geschäften herrscht hier chaotischer Verkehr, Abgas und volle Strände. Genau dies wollten wir auf unserer Reise nicht erleben. Wir hatten lange nach einem geeigneten Ort für Anfänger gesucht, denn es sollten unsere ersten Versuche auf dem Brett werden. Wir wollten keinen Massentourismus, sondern schöne Strände, eine nette Unterkunft und kleine Wellen, um die ersten Skills zu erlernen. Und hier kam der Padang Padang Beach ins Gespräch!

Frau schaut mit Surfbrett untern Arm auf das Meer hinaus.

Südlich auf der Bukit Halbinsel gelegen, befindet sich der Strand an einer steilen Felsküste. Hier hatten wir für fünf Tage das wunderschöne "Surfcamp Dreamsea" gebucht, welches direkt am Meer liegt und mit toll eingerichteten Zimmern zum Verweilen einlädt. Es liegt nur ein paar Minuten zu Fuß vom Padang Padang Beach bzw. dem Baby Padang Beach entfernt. Des Weiteren besteht hier die Möglichkeit direkt Surfbretter auszuleihen oder auch Unterricht zu nehmen. Da wir allerdings die ersten Anfänge ohne einen Lehrer machen wollten, liehen wir uns beide ein Anfängerboard aus und paddelten los. Nach ein paar heftigen Spülungen und Tauchgängen, wir waren viel zu weit raus geschwommen, erreichten wir beide total entkräftet das Ufer und entschieden uns den restlichen Tag am sicheren Strand zu verbringen.

Das Surfcamp selbst hat einen kleinen Strand, welcher nur für die Gäste ist, dementsprechend ruhig und entspannt kann man hier die Sonne genießen. Außer es kommt ein Affe vorbei und will euer Essen klauen, dann kann es kurz etwas hektisch werden. Das ist uns tatsächlich passiert. Wir lagen beide dösend im Sand, unser Rucksack über unseren Köpfen, als plötzlich ein Urlauber beim vorbeigehen "watch up!" rief. Wir drehten uns etwas verwirrt um und sahen einen Affen der keinen halben Meter von uns entfernt an unserem Rucksack saß. Er starrte uns kurz an und lief dann mit ein paar Bananen zwischen den Zähnen Richtung Steilwand. Der Hund einer weiteren Besucherin des Strandes jagte dem kleinen Dieb nach, doch dieser war zu flink. Der Affe war mit unseren Früchten getürmt. Also passt auch hier auf eure Sachen auf!

Wir verbrachten die restlichen Tage damit, nach dem Frühstück hinaus aufs Meer zu paddeln, an unserer Bräune zu arbeiten und am Abend durch die Geschäfte des Ortes zu bummeln. An einem Abend wurde von unserer Unterkunft aus ein Grillabend direkt am Strand veranstaltet. Das Essen war ausgezeichnet, es gab Fleisch, Fisch, Meeresfrüchte sowie zahlreiche Beilagen. Aber auch süße Speisen wurden angeboten, wunderschöne Bowls und Obstteller, Reiswein durfte natürlich auch nicht fehlen. Der Strand wurde mit Lichterketten beleuchtet, in der Mitte loderte ein großes Lagerfeuer, wir unterhielten uns, lachten, hatten eine gute Zeit und auch der Reiswein zeigte allmählich seine Wirkung. Es war ein herrlicher Abend mit ausgelassener Stimmung, wir können euch diese Unterkunft wirklich nur empfehlen!

Sonnenuntergang am Padang Padang Beach.

Am letzten Abend saßen wir auf unserer Veranda, bzw. Beppo lag in seiner Hängematte, als uns plötzlich ein Erdbeben überraschte. Da wir zuvor noch nie ein Erdbeben miterlebt hatten, konnten wir es im ersten Moment nicht richtig einordnen und bis wir realisierten was passiert war, war es auch schon wieder vorbei. Ok halb so schlimm dachten wir uns, allerdings wackelte nach einer halben Stunde unsere Unterkunft erneut. Dieses Mal wesentlich länger und stärker und dann kam etwas Panik in uns auf. Wir orientierten uns kurz und verließen das Gebäude, das auf Holzstelzen gebaut war und dementsprechend stark ins Wanken kam. Nach ein paar Minuten ließ aber auch dieses Beben nach. Neben der Angst unsere Unterkunft könnte zusammenbrechen, hatten wir auch sofort den Gedanken eines Tsunamis im Kopf. Wir verfolgten ständig den Liveticker im Internet, allerdings kam keine offizielle Warnung und wir fielen in einen unruhigen und leichten Schlaf. Später erfuhren wir, dass das Epizentrum des Erdbebens auf der Nachbarinsel Lombok war. Dort kam es zu verheerenden Schäden und es starben insgesamt 480 Personen. 

Die Zeit am Padang Padang Beach war, trotz der nervenaufreibenden letzten Nacht, wirklich atemberaubend. Wunderschöner Sandstrand, nette Leute, tolle Stimmung und wir konnten die ersten Surferfolge feiern. Wir packten unsere Sachen, sprangen noch einmal kurz ins Meer und verabschiedeten uns von Bali, denn die letzte Insel auf unserer Reise wartete auf uns. Nusa Penida, eine Perle, ursprünglich, natürlich, ruhig und wunderschön!




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