Nationalpark Olymp - Makedonien

Mann steht am Gipfel Skala im Olymp Nationalpark.

WANDERUNG GIPFEL SKALA


GEHZEIT - 9 h

DISTANZ - 17 km

HÖHENUNTERSCHIED - + 2.100 m

SCHWIERIGKEIT - schwer


Begeistert von den Eindrücken der Enipeas Schlucht und die Aussage vom alten Mann auf Korfu im Hinterkopf schnürte ich zum Sonnenaufgang meine Wanderschuhe und schulterte den Rucksack. Nichts geringeres als der Sitz der Götter war das heutige Ziel. Da Lui noch nicht 100 % fit war, marschierte ich alleine los. Was folgte sollte es in sich haben!

Sonne beleuchtet grüne Baumwipfel in der Mitte während im Vordergrund und Hintergrund nur dunkle Bäume zu sehen sind.

Erneut dem Fernwanderweg E4 folgend, stellte ich nach circa 5 Minuten fest, dass diese Wanderung einige Konstanten mit sich brachte. Neben der durchgehenden Steigung und meinem Puls, der sich nach den ersten 50 Metern bei 160 bpm einpendelte, war es nur die Fitnessuhr, die mich gefühlt im Minutentakt durch die Meldung eines x-fach erreichten Tagesziels aus meinem Atemrhythmus brachte. Am Ende des Tages sollte sich die Tour auf 17 Kilometer und 2.100 hm belaufen.

Schwarz-Weiß Foto eines Mannes, der vor weißer Schneewand in den Bergen aufwärts geht.

Doch lasst uns von vorne beginnen. Da ich alleine unterwegs war, habe ich natürlich ganz schön Tempo gemacht. Die Tour wird eigentlich auf mehrere Etappen aufgeteilt und entsprechend auf einer Berghütte übernachtet. Da Lui allerdings alleine im Bus wartete, kam eine Übernachtung nicht in Frage, das heißt, ich musste den Hin- und Rückweg auf einmal zurücklegen. Der Wanderweg E4 führt ähnlich wie in der Enipeas Schlucht zunächst durch malerische Wälder und am Flusslauf entlang. Das Rauschen des Wasser verstummt aber bereits nach den ersten Metern und macht Platz für die Laute der artenreichen Fauna des Nationalparks. Ich überholte einige Wanderer und erreichte nach circa 2 Stunden die Schutzhütte Spilios Agapitos. Nach einer kurzen Erholungspause setzte ich den Aufstieg fort.

Paar sitzt im Olymp Nationalpark auf einer Bank an einem Aussichtspunkt mit Blick auf die schroffen Berge und das entfernte Meer.

Da das Gelände anschließend ausgesetzter wurde und ich alleine unterwegs war, hing ich mich an die Fersen eines freundlichen, tschechischen Pärchens. Der Beschilderung E4 weiter folgend erreichten wir kurze Zeit nach der Hütte einen tollen Aussichtspunkt, an dem man sowohl die kargen Gipfel, als auch das entfernte Meer bestaunen konnte.

Schroffe, schneebedeckte Berge im Olymp Nationalpark mit grünem Wald und Wiese im Vordergrund.
Schneebedeckte Berge im Olymp Nationalpark mit grünem Pinienwald.

Der Weg wurde schmäler und schlängelte sich über einen Geröllhang weiter nach oben. Auf fast 3.000 Metern Höhe wurde die Luft schließlich dünner und die Schritte fingen mir langsam an schwerer zu fallen. Ich erreichte schließlich den lang ersehnten Gipfel Skala. Leider hat das Wetter kurz zuvor umgeschlagen und die Wolken zogen über die schroffen Gipfel, weshalb mir der Blick auf die Ägäis verwehrt blieb. Grundsätzlich können von hier aus noch weitere Berge erklommen werden, da ich jedoch wusste, was mir noch bevorstand entschied ich hier kehrt zu machen und trat den Rückweg an. 

Wanderweg über Geröllfeld zum Gipfel Skala am Olymp Nationalpark.
Mann geht auf Wanderweg bergauf.
Aussicht vom Gipfel Skala im Olymp Nationalpark auf die angrenzenden Berge.

Ich würde euch empfehlen die Wanderung durch die Enipeas Schlucht und den Aufstieg zu den Gipfeln zu kombinieren. So habt ihr die Möglichkeit in einer mehrtägigen Tour alle Facetten des Nationalparks zu entdecken. Übernachten könnt ihr beispielsweise in der bereits erwähnten Spilios Agapitos Schutzhütte. Aufgrund der Höhe der Gebirgsmassivs solltest du definitiv auf geeignete Kleidung achten! Auch wenn es in Litochoro bereits über 30°C hat, können an den Gipfel auch im Hochsommer noch Temperaturen um den Gefrierpunkt herrschen.

Mann steht in der Enipeas Schlucht auf einem Felsen und blickt zu den entfernten Gipfeln des Olymps.

Erschöpft aber glücklich erreichte ich am Nachmittag unseren Bus. Der alte Mann in Korfu sollte Recht behalten! Der Olymp Nationalpark ist atemberaubend, ein absolutes Highlight und ein Muss für jeden der seinen Urlaub im küstenreichen Land plant! Da Lui nur einen Bruchteil der abwechslungsreichen Landschaft zu Gesicht bekam, werden wir definitiv noch einmal nach Litochoro kommen und die Tour gemeinsam starten.

Vollgepackte Maultiere warten in grüner Idylle im Olymp Nationalpark auf den bevorstehenden Anstieg.

Für uns bildeten die Wanderungen im Olymp Nationalpark einen perfekten Abschluss eines unvergesslichen Kapitels unserer Reise. Wir verbrachten die letzten 4 Monate damit Griechenland zu entdecken, in die Kultur und die antike Mythologie einzutauchen und hier am Tor zum Olymp schließt sich der Kreis. Denn der Strand in der Nähe des Bergsteigerortes Litochoro war unsere erste Anlaufstelle, als wir nach dem Unfall in der ersten Nacht und einem Zwangsaufenthalt in Wien in Griechenland angekommen sind. Überwältigt von den zahllosen Facetten des Landes, die wir so zu Beginn unserer Reise nicht auf dem Schirm hatten, rollten wir zurück auf die Straße. Das nächste Land, das nächste Kapitel unserer Reise, das nächste Abenteuer wartet bereits auf uns! Danke Griechenland & auf ein baldiges Wiedersehen. Jassas!





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