Los Quetzales - Costa Rica

Detailaufnahme eines fliegenden Kolibris im Nationalpark Los Quetzales.

Regenwald soweit das Auge reicht, gefährdete Vogelarten und endemische Flora und Fauna. Klingt erst einmal etwas exotisch, aber sobald man die ersten bunten Kolibris fliegen sieht, ist man verzaubert von diesen kleinen Vögeln und der umliegenden Natur. Drei unterschiedliche Regenwaldarten und 14 verschiedene ökologische Zonen machen diesen Ort zu einem ganz besonderen. Die Rede ist vom Nationalpark Los Quetzales, ca. zwei Autostunden von der Hauptstadt San José entfernt. Doch lasst uns von vorne beginnen.

Nach zwei anstrengenden Raftingtagen auf dem Fluss Pacuare holten wir unseren fahrbaren Untersatz am internationalen Flughafen von San Josè ab. Nach langen Vergleichen hatten wir auf Check24 bei dem Anbieter Sunny Cars ein Mietauto gebucht. Hier stimmte das Preis-Leistungsverhältnis und auch der Betrag der Einweggebühr, da wir unser Auto nicht in San José sondern in Uvita zurückgeben wollten. Die Abholung war total unkompliziert, es wird nur der Führerschein und eine gültige Kreditkarte benötigt. Auf dieser wird die jeweilige Kaution geblockt, also achtet darauf, dass ihr über einen ausreichenden Kreditrahmen verfügt. Details zur Automietung findet ihr auch in unserem Blog Mietauto Costa Rica. Nach all den Formalitäten ging es mit unserer kleinen Kiste ab auf die Straßen von San José und anschließend ins Hinterland der Großstadt. Die schmalen Wege, die aufgrund der lokalen Schulen fast durchgängig auf 25 km/h beschränkt waren, führten uns immer tiefer in die grüne Lunge Costa Ricas.

Frau wandert durch dichten grünen Dschungel.

Nach zwei Stunden und ca. 80 Kilometern erreichten wir den Eingang des Nationalparks Los Quetzales. Der Park zeichnet sich durch die höchsten Nebelwälder ganz Costa Ricas aus. Der höchste Punkt liegt auf 3190 m.ü.NHN. Also zieht euch warm an, denn es herrschen teilweise einstellige Temperaturen und durch den Nebel fühlt es sich gleich noch kälter an. Der eigentliche Star des Nationalparks ist der Namensgeber, der Quetzal oder auch Göttervogel genannt. Dieser Vogel wird durch sein grün-rotes Gefieder und seine langen Schwanzfedern identifiziert und lässt sich nur äußerst selten blicken. Und auch wir machten uns auf die Suche nach dem berüchtigten Quetzal.

Wir hatten vorab ein Zimmer im Hotel Paraíso Quetzal Lodge im Nationalpark gebucht. Am Nachmittag starteten wir eine entspannte Wanderung. Direkt von unserer Unterkunft führten verschiedene Wege durch den Regenwald, die alle gut ausgeschildert waren. Hier ist für jeden Geschmack etwas dabei. Vom kleinen Rundweg durch das Gelände, bis zu längeren Wanderungen durch die umliegenden Wälder. Wer allerdings nur auf Durchreise ist, kann hier auch sehr gut im anliegenden Restaurant essen und den Regenwald durch die Panoramafenster genießen. 

Wir  entschieden uns für eine ca. 2-stündige Tour durch den nahegelegenen Dschungel. Die ersten Meter führten uns auf der Zufahrtsstraße der Unterkunft zurück. Anschließend folgten wir links einem schmalen ausgetretenen Pfad in das dichte Blättermeer. Mit jedem Schritt, den wir beschritten, tauchten wir immer tiefer in die Wildnis ein und nur die vereinzelten Beschilderungen bestätigten uns, dass wir der Zivilisation noch nicht ganz entronnen waren. Unsere Blicke folgten den melodischen Klängen der Vögel, die wir im dichten Grün jedoch nicht jedes Mal ausmachen konnten. So waren wir voller Hoffnung auch den Namensgeber des Parks zu Gesicht zu bekommen. Doch neben dem gefiederten Bewohnern dieser Region, waren wir auch auf den Spuren eines größeren Geschöpfes. Dem Tapir. Bereits bei der Autofahrt wurde auf Schildern vor kreuzenden Tapiren gewarnt. Da wir hierzulande diese Hinweise nur vom heimischen Wild kannten, staunten wir im ersten Moment nicht schlecht. Und auch auf unserer Wanderung durch den Nationalpark konnten wir manche Spuren dem bis zu zwei Meter langem Tier zuordnen. Doch obwohl wir selbst die ausgewiesenen Hotspots sowohl für den Quetzal, als auch den Tapir besichtigten, blieben uns beide verwehrt. Was wir beim Tapir nicht wirklich bedauerten. Dem 250 Kilo Koloss wollten wir beim besten Willen nicht mitten im Dschungel gegenüberstehen. Der Rückweg führte uns an Wasserfällen und 1.000 Jahre alten Bäumen vorbei zur Unterkunft. Ungeachtet dessen, dass wir den eigentlichen Star des Dschungels nicht zu Gesicht bekamen, entschädigten uns die zahllosen Kolibris, die ihre famosen Flugkünste bei jeder sich bietenden Gelegenheit unter Beweis stellten.

Erschöpft und ausgekühlt ließen wir den Abend im bereits erwähnten Restaurant ausklingen. Hier habe ich die besten Rippchen meines Lebens gegessen, bis jetzt. Bei unserer Ankunft wunderten wir uns noch über die vielen Decken und den Heizstrahler in unserer kleinen Hütte, wussten wir diese nach dem Essen zu schätzen. Eingehüllt im dicken Federbett genossen wir durch das Panoramafenster unseres Zimmers den Sonnenuntergang über dem verwunschen Nebelwald. Und nur die in der Kälte vorbeifliegenden Vögel lenkten kurz vom atemberaubenden Schauspiel in der Ferne ab.

Obwohl wir den Quetzal nicht in natura, sondern nur auf den Bildern im Restaurant bestaunen konnten, zog uns das artenreiche Hochland des Nationalparks Los Quetzales in seinen Bann. Die mystische Stimmung, die durch die schwebenden Kolibris und dem Nebel, der in den hohen Bäumen fest zu hängen schien, zur Geltung kam, führte uns die wilde Schönheit des Landes in ihrer reinsten Form vor Augen. Nach den bereits bewältigten Abenteuern im Dschungel Costa Ricas war es für uns an der Zeit an die Küste vorzudringen. Die Straßen führten uns über Bergketten talwärts und spuckten uns schließlich im tropischen Uvita aus. Das warme Klima hatten wir auch bitter nötig.




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