Korinth - Peloponnes

Die alten Ruinen der ehemaligen Stadt Korinth in Griechenland.

Korinth, unser letzter Stopp auf Peloponnes, hier sollte der Kindheitstraum von Lui in Erfüllung gehen! Oder doch nicht? Diese Stadt oder besser gesagt die Region hat so einige interessante und sehenswerte Ecken, die jeder Reisende einmal gesehen haben muss! Von Hydra kommend verließen wir den letzten Finger von Peloponnes und machten uns auf in die Stadt, die das Festland mit der atemberaubenden Halbinsel verbindet.

Ein hoher Berg in der Nähe der antiken Ausgrabungstätte von Korinth.

Doch Korinth an sich ließen wir links liegen. Uns war nicht nach Großstadttrubel, wir wollten auf den Spuren der Geschichte wandeln. Und was eignet sich hier besser als das Antike Korinth mit seinen Ausgrabungsstätten? Startpunkt für die kleine Entdeckungstour war der Camperstop, ganz in der Nähe der Sehenswürdigkeit. Grundsätzlich sind wir eigentlich durchgehend autark unterwegs. In Korinth haben wir uns ausnahmsweise mal den "Luxus" eines Wohnmobil-Stellplatzes gegönnt. Und eben diesen können wir euch nur ans Herz legen, selten haben wir so einen freundlichen und hilfsbereiten Besitzer getroffen. Am Abend wird außerdem noch lecker, preiswert und traditionell aufgekocht. 

Ein Pärchen sitzt in ihren weißen VW-Bus und lächelt in die Kamera.

Von diesem Platz aus führen die kleinen Straßen durch die angrenzenden Wohnsiedlungen und schlussendlich zum Eingang der archäologischen Stätte. Der Eintritt beläuft sich auf 8 € pro Person. Von 8:30 - 19:00 Uhr hat diese geöffnet und empfängt alle Besucher zuerst mit dem angrenzenden Museum. Unzählige Statuen, Tafeln aus Marmor und sogar menschliche Überreste können in diesem besichtigt werden. Anschließend betraten wir das eigentliche Gelände. Sofort stechen einem die sieben Säulen des Apollo-Tempels, dem Herzstück der Stätte, ins Auge. Diese sieben Säulen stehen seit dem Erbau des Tempels und lassen die Größe des einstigen Gemäuers erahnen. Am Fuße des Burgfelsens Akrokorinth schlenderten wir durch das Areal, welches 8. Jh. v. Chr. zu den bedeutendsten Städten Griechenlands zählte. Doch die meisten zu sehenden Ruinen haben nicht mehr den griechischen Ursprungszustand, denn 146 v. Chr. kamen die Römer und vernichteten bzw. veränderten die meisten Bauwerke. Nach gut 1,5 Stunden und unzähligen Steinblöcken, Säulen und Brunnen verließen wir begeistert das Gelände.

Der antike Apollon-Tempel in der Stadt Korinth und das Meer im Hintergrund.
Die sieben Säulen des antiken Apollon-Tempels in Korinth.
Ein Mann schlendert an den antiken Säulen des Apollon-Tempels in Korinth vorbei.

Uns lockte die Burg, die auf dem 575 Meter hohen Tafelberg thront. Zuerst mussten wir allerdings unseren Weggefährten abholen. Anschließend führte uns die Straße circa 5 Kilometer hinauf zum Parkplatz, direkt vor dem Burggelände, welches von 8:30 - 15:30 Uhr geöffnet hat. Wir schritten durch das Burgtor, einer der ältesten Burgen Griechenlands und folgten dem gepflasterten Weg immer weiter hinauf. Vorbei an Brunnen, Mauern und alten Kirchen gelangt man zu guter Letzt zum höchsten Punkt der Anlage. Ein paar steile Stufen später standen wir auf dem Dach eines steinernen Turms und genossen die Aussicht auf das Meer. Spätestens hier oben wird einem das Ausmaß des Geländes bewusst. Man kann sich gut vorstellen, wie die Burg den Zugang zwischen dem Festland und Peloponnes überwachte und auch, dass die Menschen diese bis Mitte des 19. Jahrhunderts als Zufluchtsort benutzten.

Eine ehemalige Burganlage auf einen hohen Felsen bei Korinth.
Eine Frau blickt durch das alte Burgtor auf das Meer hinaus.
Eine alte Glocke bei einer Kirche mit Blick auf das umliegende Land.
Ein wolkenverhangener Himmel mit den Festungsmauer im Vordergrund.

Natürlich darf bei einem Besuch in Korinth eine weitere Sehenswürdigkeit nicht fehlen. Ich träume seit meiner Kindheit davon, einmal am Rand zu stehen, nachdem ich damals in einem Kinderbuch gesehen habe, wie die riesigen Schiffe durch die scheinbar genau so breite Schlucht steuern. Die Rede ist natürlich vom bekannten Kanal von Korinth. Rund 2.600 Jahre spielten die Griechen mit dem Gedanken, den Saronischen Golf mit dem Golf von Korinth zu verbinden. Damals fehlte es den Baumeistern allerdings noch am benötigten Equipment. Im Jahr 1881 begannen dann, mit Hilfe von Dynamit, die ersten Bauarbeiten. 12 Jahre später war der Durchbruch endlich fertig. 24 Meter breit und 6,3 Kilometer lang, verbindet er zwei Meere und stellte für den Schiffsverkehr eine enorme Erleichterung dar. Doch heutzutage hat der Kanal etwas an Bedeutung verloren. Für die großen Schiffe unserer Zeit ist dieser deutlich zu schmal und aufgrund der verbesserten Motorisierung der Frachter, bringt eine Umfahrung der Halbinsel mittlerweile nicht mehr den Aufwand und die Gefahren von einst mit sich. Trotzdem nutzen circa 30 Schiffe pro Tag die Wasserstraße. Leider gab es während unseres Besuchs (April 2022) Sanierungsmaßnahmen, weshalb der Kanal auf unbestimmte Zeit gesperrt war und der lang gehegte Traum, die Kolosse durch die Steilwände manövrieren zu sehen, ging entsprechend nicht in Erfüllung. Nichtsdestotrotz war es ein Erlebnis, an den zum Teil bis zu 79 Meter hohen Felswänden zu stehen und auf das türkise Wasser hinab zu blicken. 

Drohnenaufnahme vom Kanal von Korinth untertags.
Drohnenaufnahme vom Kanal von Korinth untertags.
Drohnenaufnahme vom Kanal von Korinth untertags.

Die Tage auf Peloponnes waren gezählt, nach über vier Wochen kehrten wir der Halbinsel den Rücken zu. Wir waren begeistert und haben nicht ansatzweise alles gesehen, was es zu sehen gibt. Hier könnte man sich Jahre aufhalten und hätte dennoch die Möglichkeit täglich ein neues Abenteuer zu erleben. Nach dieser atemberaubenden und intensiven Zeit setzten wir über auf das Festland. Doch der Aufenthalt sollten nicht von langer Dauer sein. Nach einem kurzen Abstecher in Athen zog es uns nach Euböa, Griechenlands zweitgrößte Insel. Vom Massentourismus verschont, soll diese alle Facetten des Landes widerspiegeln. Wir sind gespannt darauf!





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