Königssee - Oberbayern

Bootshaus am Obersee beim Königssee.

WANDERUNG OBERSEE & RÖTHBACHFALL


GEHZEIT - 3 h

DISTANZ - 12 km
HÖHENUNTERSCHIED - + 300 m 

SCHWIERIGKEIT - Leicht


Nur das hallende Echo des Flügelhorns war in der sonst absolut stillen Landschaft zu hören. Der Watzmann spiegelte sich im ruhigen Wasser, in der Ferne konnten wir die beiden Türme der Kirche von St. Bartholomä erkennen, hinter uns verschwand die Schlafende Hexe zwischen den Bergflanken. Es war früh am Morgen und wir fuhren mit dem Boot über den smaragdgrünen Königssee.

Boot gleitet über den smaragdgrünen Königssee.

Nach den Strapazen des Vortages, wir waren mit dem Rad zur Gotzenalm gefahren, sollte es uns heute direkt über den Königssee führen. Aufgrund seiner Lage und der zum Wasser hin steil abfallenden Berge, die gefühlt 90 % des Ufers ausmachen, gibt es keine Wege oder Straßen um den Königssee. Es bestehen nur drei Möglichkeiten die Gegend rund um den See und diesen selbst zu erkunden. Die erste hatten wir am Tag zuvor schon abgehakt. Des Weiteren können Wanderungen um das bis zu 192 Meter tiefe Gewässer gestartet werden. Die letzte und entspannteste Option ist eine Bootsfahrt von Schönau am Königssee aus Richtung Salet. Mit einem Elektroboot, die hier übrigens seit 1909 ausnahmslos verkehren, passierten wir mit FFP2-Masken ausgestattet, die Statue des Heiligen Johannes von Nepomuk, dem Schutzpatron der Schiffer und Flößer. Während der Überfahrt wurden uns interessante Details von der Besatzung übermittelt, die die Wasserfahrzeuge selbst herstellen. Gemeinsam mit einem zweiten Schiff bildeten wir die Speerspitze des Touristenansturms an diesem Tag. Die Boote starten in der Hauptsaison ab 8:00 Uhr morgens. Grundsätzlich bevorzugen wir die Ruhe und Abgeschiedenheit bei unseren Touren. Dennoch gehört auch diese Art von Ausflug bei bestimmten Zielen zu den Erlebnissen, die man nicht missen möchte. Wir passierten die Bedarfshaltestelle Kessel, entließen die ersten Wanderer in St. Bartholomä und hatten in Salet selbst wieder festen Boden unter den Füßen.

Haltestelle Salet mit einem anlegenden Boot im Hintergrund.

Von hier aus marschierten wir zum nahegelegenen Obersee und dem 470 Meter hohen Röthbachwasserfall. Hier sollte man den Blick jedoch nicht nur nach vorne richten. Hinter uns spiegelte sich das malerische Bergpanorama im ruhigen Wasser und nur das einsame Boot streifte durch die sonst ungestörte Idylle. Der Marsch zum Obersee nimmt circa 30 Minuten in Anspruch und beläuft sich auf einen Kilometer. Das bekannte Bootshaus direkt am Wegesrand ist ein beliebtes Fotomotiv und vor allem zur Mittagszeit ziemlich überlaufen. Wir bogen rechts ab und wanderten am Ufer des Sees entlang. Das kristallklare Wasser schimmert in allen erdenklichen Blau- und Grüntönen und wartet nur darauf, bis sich die Sonne ihren Weg vorbei an den steilen Bergflanken bahnt. Wir ließen den farbenfrohe Ausblick auf uns wirken und wanderten weiter zum höchsten Wasserfall Deutschlands.

Einsames Holzboot schwimmt im schimmernden Obersee.

Fünf Kilometer und 300 Höhenmeter später erreichten wir ein Plateau und vor uns baute sich der Röthbachfall in all seiner Pracht auf. Das Wasser stürzt hier von der 470 Meter hohen Felskante in die Tiefe, sammelt sich im Tal zum Röthbach und verschwindet anschließend von der Oberfläche. Das versickerte Wasser fließt unter den blühenden Wiesen talabwärts und speist so den tiefer gelegenen Obersee.

Frau steht auf einer blühenden Wiese und blickt auf den Röthbachfall.
Der Röthbach fließt hinab und speißt den Obersee.

Bei unserem Rückweg drängten sich bereits die Touristenmassen am Pfad entlang. Das zuvor erwähnt Bootshaus am Obersee war heillos überfüllt und wir waren froh, als sich der schmale Weg wieder weitete. Wir entschieden uns zu einer Einkehr, die Wanderung belief sich immerhin doch auf 12 Kilometer. Auf einer Alm bei selbstgemachtem Käse und einem Radler ließen wir die Sonne und das Bergpanorama auf uns wirken. 

Blick auf den Obersee und dessen umliegenden Berge.
Wanderer schlendern entlang am Ufer des Königssees.

Nach einer entspannten Zeit bei Salet hieß es schließlich erneut auf das Boot. Dieses Mal stiegen wir in Bartholomä aus und erkundeten die Gegend erneut zu Fuß. Wir spielten mit dem Gedanken die eindrucksvolle Eiskapelle zu besichtigen, die bei einer 3-stündigen Wanderung erreicht werden kann. Allerdings war die Zeit schon fortgeschritten, dementsprechend beließen wir es nach den Anstrengungen des Vortages und der kommenden Wanderung zum Watzmannhaus bei den 12 Kilometern an diesem Tag. Das Schiff entließ uns wieder in Schönau am Königssee, wir schlenderten mit einer Kugel Eis zurück zum Bus und ließen den herrlichen Sommertag gemütlich am Campingplatz ausklingen.




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