Gotzenalm - Oberbayern

Aussichtspunkt Feuerpalfen bei der Gotzenalm auf den Königssee.

RADTOUR GOTZENALM


FAHRZEIT - 4 h

DISTANZ - 25 km
HÖHENUNTERSCHIED - + 1.120 m

SCHWIERIGKEIT - Schwer


Eine anstrengende Radtour sollte den Beginn unseres verlängerten Wochenendes im Berchtesgadener Land, genauer gesagt am Königssee markieren. Insgesamt 1.120 Höhenmeter auf nur 25 Kilometer Strecke sagen alles über diese Etappe aus. Doch die Strapazen waren alle Mühen wert, oben angekommen ebnete sich uns, nach einem weiteren kurzen Fußmarsch, ein herrlicher Blick auf den Königssee mit dem in Wolken gekleideten Watzmann im Hintergrund.

Frau blickt auf den wolkenverhangenen Königssee und Watzmann.

Doch lasst uns von vorne beginnen. Von unserer Heimat Niederbayern kommend, fuhren wir mit unserem längst bewährten alten Freund, dem VW-Bus, Richtung Süden. Nicht Österreich, Italien oder Kroatien waren unser Ziel, wir wollten den nahegelegenen Königssee erkunden, der unter anderem als schönster See der Welt tituliert wird. Dementsprechend passierten wir die Silhouette der Schlafenden Hexe, ließen Berchtesgaden links liegen und erklommen mit heulendem Motor die ersten Höhenmeter in Richtung Gipfel, denn unser erster Blick auf das smaragdgrüne Gewässer sollte von oben sein. Auf unserem Weg kamen wir am Museum "Dokumentation Obersalzberg" vorbei, das sich mit der Geschichte des Nationalsozialismus auseinandersetzt und vor allem bei wechselhaftem Wetter ein beliebtes Ausflugsziel in der Region darstellt.

Am Parkplatz Hinterbrand angekommen, ließen wir unsere Drahtesel von der Leine. Die Haltemöglichkeit ist mit 5 € für 24 h kostenpflichtig. Wer jedoch in einer Unterkunft der Gegend nächtigt, dem wird beim Check-In eine Gästekarte ausgehändigt, was Eintritte und auch Parkplätze vergünstigt. So fallen nur noch 3 € für 24 h an. Die Wege im Nationalpark Berchtesgaden sind in Wander- und MTB-Wege unterteilt, dementsprechend solltet ihr beim Einstieg in eure Tour besonders darauf achten, in welchen Pfad ihr einbiegt. Nach kurzer Orientierung war unser Startpunkt schnell gefunden und wir radelten los, ohne E-Antrieb versteht sich. Bergauf und das sollte sich so schnell nicht ändern.

Die Berge hingen noch im dichten Nebelkleid und wir genossen die daraus entstehende, fast schon mystische Stimmung. Auf unserem Weg passierten wir die Jenner-Mittelstation, einen Stausee, der als beliebtes Fotomotiv gilt, die Königsbachalm und die Gotzentalalm. Die Strecke bis hier hin ging fast durchgehend bergauf, aber war definitiv machbar. Jetzt sollte es allerdings anstrengend werden. Auf den letzten 4 Kilometern warteten knapp 600 Höhenmeter auf uns, was über die Hälfte der kompletten Tagestour entspricht. Dementsprechend schmerzhaft war der Anstieg. Wir waren an diesem Tag auch nahezu die einzigen Personen, die sich dieser Route stellten. Lediglich ein paar vereinzelte Wanderer und der Hüttenwirt der Gotzenalm mit seinem in die Jahre gekommenen Mitsubishi Bus kreuzten unseren Weg. 

Mann mit Mountainbike fährt über Schotterweg ins Tal.

Oben angekommen war zunächst eine Stärkung in der Gotzenalm nötig. Spezi, Wiener und ein atemberaubender Ausblick, was will man mehr? Nach einer kurzen Erholungspause marschierten wir zu Fuß weiter. Die Räder hatten wir sicher an der Alm abgestellt. Nach einem knappen Kilometer erreichten wir den Aussichtspunkt Feuerpalfen. Die Wolken hingen immer noch tief, weshalb sich der imposante Watzmann nur gelegentlich zeigte. Der Ausblick war dennoch atemberaubend.

Mann blickt auf den wolkenverhangenen Watzmann und Königssee.

Nach einer entspannten und erholsamen Zeit am Gipfel und der Alm folgte der spaßige Teil der Radtour. Die zuvor bewältigten Höhenmeter rollten wir in kürzester Zeit wieder hinunter, kehrten im Anschluss in der Königsbachalm zum Kuchenessen ein, die verbrannten Kalorien mussten schließlich wieder gewonnen werden und kamen letztlich erschöpft aber glücklich am Bus an. Wir machten uns anschließend auf den Weg zurück ins Tal, unser Campingplatz wartete schon auf uns und die entsprechende Erholung hatten wir auch bitter nötig, denn am nächsten Morgen stand eine Bootsfahrt über den Königssee an!




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