Drei Zinnen - Südtirol

Wolkenverhangene und schneebedeckte Drei Zinnen unter Tags.

WANDERUNG ZU DEN DREI ZINNEN


 GEHZEIT - 7h

DISTANZ - 22 km
HÖHENUNTERSCHIED - +1300 m / -74 m

SCHWIERIGKEIT - Schwer

STARTPUNKT - Parkplatz Innerfeldtal


Seceda, Seiser Alm, Passo di Giau und Sorapissee hatten wir bereits auf unserer Liste abgehakt. Doch das bekannteste Wahrzeichen der Dolomiten sind ohne Frage die Drei Zinnen! Zahlreiche Wanderungen führen auf das hochgelegene Plateau, das ein eindrucksvolles Panorama der Nordwände mit sich bringt. Solltet ihr Ambitionen im Klettern aufweisen, könnt ihr auch eine der Drei Zinnen erklimmen. Oder ihr macht es Thomas Huber gleich, der 2008 an einem Tag den Gipfel aller Drei Zinnen erreichte und jeweils mit einem Basejump den Weg nach unten antrat.

Doch wieder zurück zu realistischen Abenteuern, da wir wussten, dass diese Wanderung anstrengend und lang werden würde, starteten wir schon früh in den Tag. Dank der Wanderkarte der Gemeinde Toblach, wählten wir als Startpunkt für die Wanderung den Parkplatz im Innerfeldtal. Dort verkehrt im 40-Minuten Takt ein Shuttlebus, der dich bis zur Endstation "Antoniusstein" bringt. Wir waren jedoch hoch motiviert, entschieden uns gegen die Busfahrt und folgten den Wanderweg Nr. 4 entlang herrlich blühender Almwiesen und eines kleinen Baches bis zum besagten Antoniusstein. Nach ca. 4 km, bzw. von der Haltestelle des Shuttlebuses nur einen Katzensprung entfernt, erreicht ihr die Drei Schuster Hütte und biegt rechts in eine eingezäunte Schafweide ab. Der Weg schlängelt sich weiter am Waldrand entlang, bis man schließlich den Anstieg der Tour erreicht. 

Ab hier wird es anstrengend und gefühlt 90% der oben beschriebenen Höhenmeter sind in diesem Abschnitt zu bewältigen. In engen und steilen Serpentinen windet sich der Wanderweg Nr. 4 bergaufwärts und nach jeder Kurve kommt die Hoffnung auf, dass man den Gipfel endlich erreicht hat. Aber die Hoffnung weicht unmittelbar der Ernüchterung, denn nach jeder Kurve wird deutlich, dass dies noch nicht das Ende der Fahnenstange war. So erreichten wir erschöpft und nach insgesamt 1.300 Höhenmeter dennoch den höchsten Punkt der Wanderung. Unser Tagesziel war allerdings die Drei Zinnen Hütte. Also mussten wir an einer Weggabelung ein letztes Mal rechts abbiegen  und erhaschten auch einen ersten Blick auf die Drei Zinnen. Umhüllt von Wolken standen sie vor uns und kamen von Schritt zu Schritt näher. Achtung! Die Zeitangaben an den Wegweisern sind äußerst ambitioniert, wir brauchten teilweise deutlich länger.

Zu eurer Rechten ist ein kleiner Hügel, der sich ideal als Ausgangspunkt für Fotos der Nordwände eignet. Hier müsst ihr jedoch die steinigen Gräben überwinden, die heute nur noch als stille Zeugen der einstigen Konflikte im Gebirgskrieg des 1. Weltkrieges dienen. 

Das Wetter meinte es nicht gut mit uns und so regnete es die letzten Meter, sodass wir nass, unterkühlt und erschöpft, doch voller Vorfreude auf eine wärmende Stube und deftige Mahlzeit an der Hütte ankamen. Doch auch hier machte sich die Ernüchterung breit.  Das Schutzhaus hatte in Folge des Corona Lockdowns noch nicht wieder eröffnet. Und so teilten wir unser Knäckebrot auf 2.405 m ü. NHN. unter dem Vordach der Drei Zinnen Hütte, bei Regen mit einem Dutzend Krähen. Mahlzeit!

Nach der kurzen Verschnaufpause und den beeindruckenden Impressionen ging es wieder zurück ins Tal. Erschöpft und glücklich über die erfolgreiche Wanderung erreichten wir den "Antoniusstein" und nutzen ab hier das Angebot des Busservices. Und so kamen wir nach insgesamt 7 Stunden und mit 6 € weniger in den Taschen zu unserem Auto zurück. 

Den Abend ließen wir bei einer überfälligen Mahlzeit ausklingen. Sehr empfehlenswert ist die Pizzeria Hans in Toblach. Trotz der Strapazen und der wechselhaften Bedingungen war es die Mühe allemal wert und die Drei Zinnen sind eine Bergformation, die man gesehen haben muss. Also, worauf wartest du? Den letzten Punkt unseres Dolomitentrips bildet der bekannte Pragser Wildsee!




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